Musk gegen OpenAI: Die 134-Milliarden-Dollar-Abrechnung ist da
Warum der Tech-Milliardär jetzt das RICO-Gesetz gegen Microsoft und Sam Altman in Stellung bringt.

Der Machtkampf um die Zukunft der künstlichen Intelligenz erreicht vor Gericht eine neue Dimension. Elon Musk verlangt von OpenAI und Microsoft eine Entschädigung von bis zu 134 Milliarden US-Dollar wegen angeblichen Marktmissbrauchs und Vertragsbruchs.
Vorwurf des Betrugs und historische Forderungen
In einer aktualisierten Klageschrift beziffert der Tech-Milliardär den ihm entstandenen Schaden auf eine historische Summe. Die Anwälte Musks argumentieren, dass OpenAI seine ursprüngliche Mission als Non-Profit-Organisation verraten habe, um als faktische Tochtergesellschaft von Microsoft Gewinne zu maximieren. Die Klagepartei stützt sich dabei auf den „Racketeer Influenced and Corrupt Organizations Act“ (RICO), ein US-Bundesgesetz, das ursprünglich zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität geschaffen wurde und drastische Strafen ermöglicht.
Die Forderung beläuft sich in der Spitze auf 134 Milliarden US-Dollar. Diese Summe setzt sich aus verschiedenen Berechnungsgrundlagen zusammen, wobei Musk unter anderem dreifachen Schadensersatz für vermeintliche kartellrechtliche Verstöße geltend macht. Alternativ fordern die Anwälte eine Rückabwicklung der Investitionen, die den Wert der Beteiligung an OpenAI auf 109,4 Milliarden Dollar taxiert. Unabhängig von der genauen Berechnungsmethode handelt es sich um eine der höchsten Schadensersatzforderungen in der Geschichte der Technologiebranche.
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Microsoft im Fadenkreuz der Justiz
Die Klage richtet sich nicht nur gegen die Führungsetage von OpenAI rund um Sam Altman, sondern zielt aggressiv auf die Rolle von Microsoft ab. Musk wirft dem Softwaregiganten vor, durch seine Milliardeninvestitionen den Markt für generative KI zu monopolisieren und Wettbewerber systematisch zu verdrängen. Laut der Anklage fungiert OpenAI nicht mehr als unabhängiges Forschungslabor, sondern als verlängerter Arm aus Redmond, um Microsofts Vormachtstellung im Cloud- und Suchmaschinenmarkt zu sichern.
Laut den Gerichtsdokumenten täuschte die Führung von OpenAI Investoren und Spender der ersten Stunde bewusst über die wahren Absichten. Musk sieht seine frühen Zuwendungen von rund 44 Millionen US-Dollar und seine investierte Arbeitszeit missbraucht, da die entwickelten Technologien nun exklusiv in geschlossenen Microsoft-Produkten zum Einsatz kommen. Dies widerspreche den Gründungsverträgen, die eine offene Entwicklung zum Wohle der Menschheit vorsahen.
Offenlegung interner Strategiepapiere
Der juristische Schlagabtausch führte bereits zur Offenlegung umfangreicher interner Kommunikation. Tausende Seiten an E-Mails und Protokollen geben tiefe Einblicke in die Gründungsphase des KI-Labors und die wachsende Entfremdung zwischen Musk und Altman. Diese Dokumente nutzen Musks Anwälte nun, um eine systematische Verschwörung zur Beseitigung von Wettbewerbern zu konstruieren.
Beobachter werten diesen Schritt als Versuch Musks, die öffentliche Wahrnehmung zu beeinflussen und die Geschäftsbeziehungen zwischen OpenAI und Microsoft juristisch zu entflechten. Kritiker merken jedoch an, dass Musks eigenes KI-Unternehmen xAI mittlerweile in direkter Konkurrenz zu OpenAI steht. Der Prozessausgang könnte somit maßgeblich entscheiden, ob der KI-Markt weiterhin von wenigen großen Playern dominiert wird oder ob sich die Machtverhältnisse neu ordnen müssen.