Der Muse Agent läuft über Wiesen

Darum verändert der Muse KI Agent gerade ALLES

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Der Muse Agent läuft über Wiesen

Meta macht aus KI-Agenten ein Produkt für Menschen, die sich bisher kaum für KI interessiert haben. Muse erledigt Aufgaben im Hintergrund, lässt sich über WhatsApp ansprechen und bekommt laufend neue Funktionen.

Seit dem 25. September können Nutzer z. B. direkt im Chat Interesse am Early-Access-Programm anmelden. Keine normale Anmeldung, kein Formular, einfach nur im Chat: »Ich will am Early Access Programm teilnehmen«. Und genau das macht den Muse KI Agenten so einzigartig.

Ein Auftrag reicht, Muse arbeitet weiter

Muse beantwortet nicht nur Fragen. Der KI-Agent recherchiert, füllt Formulare aus, plant Reisen und verfolgt längerfristige Ziele.

Dafür besitzt jeder Nutzer einen eigenen virtuellen Computer in der Cloud, inklusive Browser. Muse arbeitet dort weiter, wenn die App längst geschlossen ist.

Die Bedienung funktioniert wie eine Nachricht an einen Bekannten. Ein gespeichertes Rezeptvideo auf Instagram kann etwa zur Einkaufsliste werden. Der Nutzer beschreibt sein Ziel und verbindet die benötigten Dienste.

Vor sensiblen Schritten wie Käufen oder dem Versand einer E-Mail fragt Muse nach.

Das verändert, wem solche Technik zugänglich ist. Ein Content Creator kann Aufgaben genauso im Chat delegieren wie ein 50-jähriger Vater, der seinen Urlaub organisieren möchte.

Auch das niedliche Maskottchen hilft, dem nüchternen Thema KI-Agenten ein verständliches Gesicht zu geben.

Meta hat die passenden Zugänge schon

In den USA führt Muse sowohl Apples App Store als auch Google Play an.

Metas Vorteil reicht allerdings über die App hinaus. Instagram und Facebook bieten dem Konzern die Möglichkeit, passenden Zielgruppen vorzuführen, was Muse für sie erledigen kann. Über WhatsApp können sie den Agenten anschließend dort ansprechen, wo sie ohnehin kommunizieren.

Diese Kombination aus Vorführen und Ausprobieren dürfte für die Verbreitung besonders wertvoll sein. Ein kurzes Video über eine erledigte Alltagsaufgabe erklärt den Nutzen verständlicher als jede technische Beschreibung. Meta muss dafür kein neues soziales Netzwerk aufbauen und seine Nutzer nicht erst an eine unbekannte Kommunikationsform gewöhnen.

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Neue Funktionen im Wochentakt

Auf den Start am 8. September folgten die Mac-App, zahlreiche Connect-Ankündigungen und nun das Early-Access-Programm.

Zu den angekündigten Erweiterungen gehören Videochats mit einem digitalen Avatar, zusätzliche Shopping-Anbindungen und der Zugang über Metas KI-Brillen. Auch die Computernutzung auf dem Mac baut Meta aus. Der Agent rückt damit näher an die Anwendungen und Geräte, die seine Nutzer täglich verwenden.

Gute KI muss auch bezahlbar sein

Die technische Grundlage liefert Metas Modellfamilie Muse Spark. Muse Spark 1.3 konkurriert in ausgewählten Agenten-Benchmarks mit OpenAIs GPT-6 Sol. Der Standardzugang für Entwickler kostet 1,25 Dollar je Million Eingabetokens und 4,25 Dollar je Million Ausgabetokens.

Niedrige Betriebskosten erleichtern es, KI auch für kleine Alltagsaufgaben anzubieten. Muse selbst hat einen kostenlosen Einstieg und Abos für mehr Nutzung.

Für die Konkurrenz entsteht damit eine zusätzliche Aufgabe. Neben der Modellqualität zählen verständliche Bedienung, alltäglicher Nutzen und ein direkter Zugang zum Nutzer. Wie OpenAI, Google und Anthropic auf diese Kombination reagieren, wird besonders interessant.

Nach dem Start in den USA sind mittlerweile auch Kanada und Mexiko dabei. Europa soll »bald« folgen.

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