Make.com im Überblick: Was die Automatisierung-Plattform erledigt und was sie kostet

Mit Make lassen sich über eine visuelle Arbeitsfläche ganze Workflows mit Bedingungen und Verzweigungen erstellen. Inzwischen ist das auch mithilfe von KI-Anweisungen und KI-Agenten möglich.
Was sich auf den ersten Blick kompliziert anhört, ist in der Praxis relativ simpel.
Wir nutzen die Plattform beispielsweise, um unsere KI-News automatisiert in Social-Media-Beiträge umzuwandeln und auszuspielen. Durch einen Zwischenschritt liest und korrigiert jedoch vorher ein Mensch jeden Beitrag.
Make, früher Integromat
Automatisierungsplattform mit KI-FunktionenAnwendungsbeispiel
Vor dem Kundentermin liegt das Briefing schon im Postfach
Zehn Minuten vor einem Kundengespräch liegt eine kurze Vorbereitung im Postfach. Ein entsprechend eingerichteter Make-Ablauf liest den Kalendereintrag, sucht den Kontakt in HubSpot und sammelt die letzten E-Mails aus Gmail. Eine KI fasst daraus offene Fragen, bisherige Absprachen und passende Gesprächsthemen zusammen, ohne dass der Nutzer vor jedem Termin drei Apps durchsuchen muss.
Mit diesem Prompt lässt sich der Ablauf beim integrierten KI-Assistenten Maia anstoßen:
Prompt: Erstelle ein Make-Szenario für meine Gesprächsvorbereitung mit Google Calendar, Gmail und HubSpot. Prüfe alle fünf Minuten, ob in zehn bis fünfzehn Minuten ein Termin mit einem externen Teilnehmer beginnt. Suche über dessen E-Mail-Adresse den HubSpot-Kontakt und die letzten fünf E-Mail-Nachrichten mit ihm. Erstelle daraus ein deutsches Briefing mit höchstens 200 Wörtern zu bisherigen Absprachen, offenen Fragen und drei Gesprächsthemen. Verwende nur gefundene Informationen und kennzeichne fehlende Angaben. Schicke das Briefing per Gmail an meine eigene Adresse. Verhindere doppelte Briefings für denselben Termin. Frage mich nach noch fehlenden App-Verbindungen und Einstellungen, bevor du den Ablauf aktivierst.
Daraus entsteht wie von Geisterhand ein Make-Ablauf, den man gezielt anpassen kann. So kann man beispielsweise sein bevorzugtes KI-Modell für die Zusammenfassung auswählen.
Die 5 besten Funktionen
1. Abläufe visuell bauen und verzweigen
In Make heißen automatisierte Abläufe »Szenarien«. Der Nutzer verbindet darin einzelne Aktionen als Module, legt den Auslöser fest und bestimmt, welche Daten von einem Schritt zum nächsten wandern. Filter prüfen Bedingungen, während sogenannte Router einen Ablauf auf mehrere Wege verteilen.
Listen lassen sich in einzelne Datensätze zerlegen oder wieder zusammenführen, sodass eine Bestellung mehrere Aktionen auslösen und eine unvollständige Bestellung einen eigenen Prüfweg nehmen kann.
2. Mehr als 3.500 Apps verbinden
Make bringt fertige Anbindungen für mehr als 3.500 Apps mit, darunter Google Workspace, Microsoft 365, Slack, Notion, HubSpot und Shopify. Der Nutzer wählt die benötigte Aktion aus und verbindet sein Konto mit Make.
Für Dienste ohne passende Anbindung gibt es HTTP-Anfragen und Webhooks, also Aufrufe über eine API und automatisch eintreffende Ereignismeldungen. Über MCP können kompatible KI-Assistenten zudem freigegebene Make-Szenarien aufrufen und damit Aktionen in den verbundenen Apps ausführen.
3. Mit Maia per Beschreibung bauen
Maia erstellt und verändert Szenarien anhand normal formulierter Beschreibungen. Der Assistent baut die Schritte sichtbar auf der Arbeitsfläche auf, erklärt deren Zusammenspiel und hilft bei der Fehlersuche.
Der erzeugte Ablauf bleibt anschließend bearbeitbar. Konten müssen verbunden und die verwendeten Datenfelder passend zugeordnet werden, damit aus dem Entwurf eine funktionierende Automatisierung wird.
4. KI-Agenten in den Ablauf einbauen
Make AI Agents bearbeiten Aufgaben mit wechselnden Eingaben und wählen dafür aus den freigegebenen Aktionen aus. Ein Agent kann beispielsweise eine freie Kundenanfrage einordnen und die passenden Informationen aus verbundenen Diensten abrufen.
Anweisungen, Wissen, Aktionen und Tests liegen direkt im Szenario-Editor, der auch die ausgeführten Schritte anzeigt. Die neue Agenten-App läuft als offene Beta und ist mit dem KI-Zugang von Make in allen Tarifen nutzbar, eigene KI-Anbieter lassen sich in bezahlten Tarifen verbinden.
Wir verbinden also die Vorteile vorgegebener Workflows mit der Flexibilität und Einfachheit von KI-Agenten. Genau aus diesem Grund sind Plattformen wie Make oder n8n nicht tot.
5. Ausführungen prüfen und Fehler finden
Make zeigt bei einer Ausführung, welche Daten die einzelnen Module erhalten und weitergeben. Im Verlauf lässt sich nachvollziehen, an welchem Schritt ein Ablauf scheitert oder unerwartete Ergebnisse liefert.
Fehlerpfade können festlegen, wie ein Szenario auf ein Problem reagiert. Make Grid ergänzt ab dem Core-Tarif eine gemeinsame Übersicht über die verbundenen Szenarien und Apps.
Vorteile & Nachteile
- Die Oberfläche ist wunderschön und sehr einfach in der Bedienung
- Mehr als 3.500 Apps direkt verbunden
- Maia erstellt Abläufe aus normalen Beschreibungen
- KI-Agenten arbeiten mit vorhandenen Geschäftsdaten
- Kostenloser Einstieg ohne zeitliche Befristung
- Viele Einzelschritte treiben den Credit-Verbrauch
- Komplexe Datenzuordnungen erfordern spürbar viel Einarbeitung
- Die Bedienoberfläche bleibt auf Englisch
Sehr übersichtlich
Die größte Stärke ist der sichtbare Zusammenhang zwischen den Arbeitsschritten. Gerade wenn derselbe Eingang mehrere Aktionen auslösen soll, hilft die Darstellung beim Bauen und bei der späteren Fehlersuche.
Jedes Modul kostet
Der größte Nachteil ist die Abrechnung vieler einzelner Aktionen. Wer 100 Datensätze durch mehrere Module schickt, verbraucht entsprechend mehr Guthaben.
Coole Usecases
Offene Angebote geraten in Vergessenheit
Ein Selbstständiger verliert zwischen laufenden Projekten den Überblick, bei welchen Angeboten seit einer Woche eine Antwort fehlt.
Nachfassmail liegt als Entwurf bereit
Ein Make-Szenario prüft offene Angebote im CRM und die zugehörigen Gmail-Nachrichten und erstellt bei ausbleibender Antwort einen passenden Mailentwurf.
Rechnungsanhänge verschwinden im Postfach
Vor der monatlichen Buchhaltung muss ein Freiberufler PDF-Rechnungen einzeln suchen, umbenennen und in eine Übersicht übertragen.
Belege landen samt Daten in der Ablage
Make speichert passende Anhänge in Google Drive, lässt Rechnungsdatum, Absender und Betrag auslesen und trägt die Ergebnisse mit Dateiverweis in Google Sheets ein.
Aus Kundenfeedback wird keine Aufgabe
Ein kleines Produktteam erhält ähnliche Verbesserungsvorschläge über ein Formular, entdeckt das gemeinsame Problem aber erst Wochen später.
Wiederkehrende Wünsche werden sichtbar
Ein eingerichteter Make-Ablauf lässt neues Feedback nach Thema einordnen, ergänzt den passenden Eintrag in Notion und meldet ab einer festgelegten Anzahl ähnlicher Wünsche eine Aufgabe in Slack.
Preise & Abos
Der kostenlose Tarif enthält 1.000 Credits pro Monat und erlaubt zwei gleichzeitig aktive Szenarien. Zeitgesteuerte Prüfungen können frühestens alle 15 Minuten laufen.
Für die bezahlten Tarife zeigt die aktuelle Preisübersicht bei 10.000 Credits pro Monat folgende Beträge in US-Dollar. Die Jahrespreise sind günstiger.
Quelle: make - Stand 06.11.2026
Core hebt das Limit aktiver Szenarien auf und erlaubt Zeitpläne im Minutentakt. Pro ergänzt unter anderem bevorzugte Ausführung, eigene Variablen und eine Volltextsuche in Ausführungsprotokollen. Teams bringt Teamrollen und gemeinsam nutzbare Vorlagen, Enterprise zusätzliche Verwaltungs- und Sicherheitsfunktionen sowie erweiterten Support.
Monatliches Guthaben verfällt zum Ende des Abrechnungszeitraums. Bei Pro und Teams mit Jahreszahlung lässt sich das Jahreskontingent über zwölf Monate verteilen. Ist das Guthaben aufgebraucht, pausieren die Szenarien bis zur nächsten Zuteilung, einem Zukauf oder einer Tarifänderung.
Alternativen & Vergleich
Zapier bietet mit mehr als 9.000 Apps einen größeren Katalog fertiger Anbindungen. Für Nutzer, die vor allem eine bestimmte Kombination seltener Dienste verbinden wollen, ist das ein guter erster Vergleich. Allerdings ist Zapier für viele Workflows häufig teurer.
n8n bietet ebenfalls visuelle Abläufe und KI-Agenten, lässt sich aber auch selbst betreiben. Das passt zu technisch versierten Nutzern, die Hosting und Anpassungen selbst kontrollieren möchten.
Anbieter Informationen
Make hat seinen Hauptsitz in Prag und gehört seit der Übernahme des Vorgängers Integromat im Oktober 2020 zu Celonis. Die Produktgeschichte reicht bis 2015 zurück.
Die Make-Website nennt für die Muttergesellschaft Celonis eine Bewertung von 13 Mrd.$. Dieser Wert bezeichnet Celonis insgesamt. Make ist ein etablierter Cloud-Dienst mit SOC-2-Type-II- und SOC-3-Prüfungen sowie Verschlüsselung bei Übertragung und Speicherung.
Fazit & Bewertung
Das All-AI Urteil
Make lohnt einen näheren Blick, wenn ein Nutzer regelmäßig Daten zwischen mehreren Apps überträgt und dabei Bedingungen oder Verzweigungen braucht. Maia erleichtert den Einstieg, während Datenzuordnung und Verbrauchsplanung weiter Aufmerksamkeit verlangen. Ein kleiner Ablauf mit echten Beispieldaten zeigt am schnellsten, wie viel Arbeit Make im eigenen Alltag übernimmt.
kostenlos Ausprobieren*FAQ - die wichtigsten Fragen
Hier versuchen wir, die wichtigsten und häufigsten Fragen zu MAKE zu beantworten. Sollte noch etwas unklar sein, könnt ihr uns gerne per E-Mail oder über die sozialen Medien kontaktieren.

