Huang von Nvidia

China soll Nvidia-Chef Jensen Huang ausgespäht haben

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Huang von Nvidia

Eine chinesische Managerin soll Informationen für Peking gesammelt und engen Zugang zu Nvidia-Chef Jensen Huang gehabt haben. US-Präsident Donald Trump kannte die Geheimdiensterkenntnisse demnach seit rund einem Jahr, ließ Huang jedoch nicht warnen.

Geheimdienste beobachteten Nvidia-Kundin

Nach Recherchen der »New York Times« geriet Alice Huang, auch Huang Le genannt, als Managerin des Singapurer Rechenzentrumsbetreibers Megaspeed ins Visier der US-Behörden. Die Ermittler verdächtigten das Unternehmen bereits, chinesischen Firmen Zugang zu beschränkten KI-Chips von Nvidia zu verschaffen. Bei der Überwachung kamen Geheimdienste zu dem Schluss, dass Alice Huang Informationen an Peking weitergab.

Sie pflegte geschäftliche Kontakte zu Jensen Huang, ist aber nicht mit ihm verwandt. Die Geheimdienste gingen zunächst davon aus, dass der Nvidia-Chef nichts von ihrer mutmaßlichen Rolle wusste. Eine Sicherheitswarnung erhielt er dennoch nicht.

Anzeige

Nvidia sieht gewöhnliche Kundenkontakte

Nvidia weist den Verdacht rund um die Beziehung zurück. Sprecher John Rizzo erklärte, Jensen Huang treffe jedes Jahr Tausende Kundenmanager. Megaspeed habe nur gewöhnliche Geschäftsinformationen erhalten, keine Geschäftsgeheimnisse oder sicherheitsrelevanten Angaben.

Megaspeed lässt die Vorwürfe durch eine externe Kanzlei prüfen und sagte den US-Behörden seine Zusammenarbeit zu. Chinas Botschaft bezeichnete die Anschuldigungen als unbegründet.

Trump wollte Konflikt mit China vermeiden

Trump wurde dem Bericht zufolge vor rund einem Jahr über die Erkenntnisse informiert. Er griff nicht ein, weil er weder Nvidias Chipverkäufe gefährden noch die Handelsbeziehungen mit China weiter belasten wollte.

Der Fall trifft einen empfindlichen Punkt der US-Politik. Nvidias KI-Chips sind zentral für den weltweiten Wettlauf um Rechenleistung. Megaspeed und verbundene Unternehmen kauften trotz laufender Ermittlungen auch in diesem Jahr weiter Nvidia-Technik.

Von Menschen für Menschen

Jeder Artikel entsteht durch menschliche Ideen und sorgfältige Prüfung. KI unterstützt uns vor allem bei Recherche und Feinschliff. Wir freuen uns über jede Unterstützung.

Jeder Beitrag zählt – auch das Teilen.