Elon Musk erwartet eine Pleite- und Übernahmewelle unter spezialisierten Anbietern von KI-Rechenleistung. SpaceX werde keine dieser sogenannten Neoclouds kaufen, stellte der Firmenchef unmissverständlich klar. Der Markt sei für sein Unternehmen schlicht »pointless«, also sinnlos.
SpaceX bekommt Geld, Neoclouds nicht
Neoclouds wie CoreWeave und Nebius kaufen große Mengen teurer GPUs und vermieten deren Rechenleistung an KI-Unternehmen. Viele Anbieter finanzieren den Aufbau ihrer Rechenzentren mit Krediten und hängen fast vollständig an Einnahmen aus dem KI-Geschäft.
Genau darin sieht Musk das Problem. Die Kreditmärkte hätten sich in den vergangenen Wochen für Firmen ohne nennenswerte Einnahmen außerhalb von KI-Rechenzentren fast vollständig geschlossen. SpaceX habe dagegen 40 Milliarden Dollar Schulden für neue GPUs aufgenommen. Starlink und das Geschäft mit Raketenstarts verschaffen dem Unternehmen zusätzliche Einnahmen und eine bessere Kreditwürdigkeit.
Musk rechnet deshalb bei den mehr als 200 Neoclouds mit einem »Massensterben auf Guppy-Niveau« und einer starken Konsolidierung. Einige Anbieter würden überleben, die meisten jedoch nicht.
Anzeige
CoreWeave wird zum Warnsignal
Der Börsenkurs von CoreWeave ist innerhalb eines Monats um rund 37 Prozent gefallen. Reuters bezifferte die Schulden des Unternehmens zuletzt auf etwa 50 Milliarden Dollar. Die Rendite bestimmter CoreWeave-Anleihen lag bei rund 15 Prozent, was die wachsende Sorge über die Rückzahlung zeigt.
Musks Prognose steht nicht allein. Gartner erwartet, dass bis 2030 mehr als 80 Prozent der Neocloud-Anbieter ihre Selbstständigkeit verlieren. Die Marktforscher sehen bis dahin KI-Investitionen in Billionenhöhe gefährdet, weil die Einnahmen mit den Ausgaben für Rechenzentren nicht Schritt halten.
Nvidia widerspricht beim wichtigsten Punkt
Nvidia-Chef Jensen Huang hält die Nachfrage nach Neoclouds weiterhin für außergewöhnlich hoch. Der Engpass liege nicht bei Kunden, sondern beim verfügbaren Kapital. Damit entscheidet nicht allein die Nachfrage über Gewinner und Verlierer, sondern vor allem der Zugang zu günstigem Geld. Genau dort geraten kleinere Anbieter gegenüber SpaceX, Microsoft, Amazon und Google ins Hintertreffen.
