Vorbild für Deutschland: China will Beschäftigte vor schneller KI-Automatisierung schützen

China führt einen Beschäftigungscheck für KI-Projekte ein, die viele Stellen verdrängen könnten. Behörden müssen die Folgen durch KI zudem bei betroffenen Zulassungsverfahren künftig mitprüfen und passende Hilfen für Arbeitnehmer vorbereiten. Peking fordert Firmen außerdem auf, größere Personalstreichungen früh anzukündigen.
KI-Einsatz bekommt Grenzen
Die neuen Leitlinien des chinesischen Staatsrats enthalten 18 Maßnahmen in sechs Bereichen. Sie reichen von neuen KI-Berufen über Weiterbildung bis zur sozialen Absicherung. Im Mittelpunkt steht erstmals ein Verfahren, das mögliche Folgen für den Arbeitsmarkt vor der Einführung bestimmter KI-Anwendungen bewertet.
Vor allem arbeitsintensive Branchen sollen KI nicht zu schnell und nicht zu breit einsetzen. Bei zulassungspflichtigen Projekten mit möglichen Folgen für viele Stellen wird die Beschäftigungsprüfung Teil des Verfahrens. Andere KI-Projekte können je nach Lage ebenfalls geprüft werden.
Bei einer großflächigen Einführung sollen Firmen ihre Beschäftigten vorab informieren. Vorgesehen ist zudem eine Übergangsphase, in der betroffene Arbeitnehmer Unterstützung beim Wechsel auf eine andere Stelle erhalten.
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Umschulung soll den Wechsel erleichtern
Verliert ein Arbeitnehmer durch KI seine Stelle, sieht der Plan Berufsberatung, Weiterbildung, Stellenempfehlungen und Hilfe bei einer eigenen Gründung vor. Anspruchsberechtigte Arbeitslose sollen ihre Versicherungsleistungen rechtzeitig und vollständig bekommen.
Hochschulen und Berufsschulen sollen ihre Angebote stärker am neuen Bedarf ausrichten. Dazu gehören zusätzliche KI-Fächer und kurze Zusatzqualifikationen. Auch kleine und mittlere Unternehmen sollen günstiger an digitale Lösungen kommen und damit neue Stellen schaffen können.
China will außerdem genauer messen, wo KI Arbeit verdrängt und wo neue Tätigkeiten entstehen. Behörden sollen Beschäftigungsdaten gemeinsam auswerten, Frühwarnsysteme aufbauen und Forschungszentren einrichten.
Ein Vorbild für Deutschland
Auch für Deutschland ist diese Frage längst relevant. Trotzdem fehlt eine ernsthafte Debatte darüber, wie Arbeitnehmer bei KI-bedingten Stellenverlusten geschützt, weitergebildet und in neue Berufe begleitet werden können. Einen vergleichbaren Plan gibt es bisher nicht.