Professor nennt Hausaufgaben und Onlineprüfungen wegen KI reine Zeitverschwendung

Der Mathematikprofessor Richard Borcherds bewertet Hausaufgaben nicht mehr nach richtigen Lösungen. An der University of California, Berkeley gibt es die Punkte schon für die Abgabe, während Präsenzprüfungen ohne elektronische Geräte über die eigentliche Note entscheiden.
KI-Antworten fallen kaum noch auf
Borcherds kann nach eigenen Angaben kaum noch unterscheiden, ob ein Student seine Lösung selbst geschrieben oder mit KI erstellt hat. Auffällige Fehler verrieten solche Antworten früher häufiger. Inzwischen liefern die Modelle deutlich bessere Ergebnisse.
Eine Bewertung nach Richtigkeit schaffe deshalb den falschen Anreiz. Wer ehrlich ohne KI arbeitet, riskiert eine schlechtere Note. Gleichzeitig kostet es Zeit und Geld, Antworten zu korrigieren, die ein Modell erzeugt hat.
Auch Onlineprüfungen hält Borcherds für ungeeignet. Er könne den Einsatz von KI nicht erkennen, sehe bei diesen Prüfungen aber deutlich höhere Durchschnittsnoten.
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Studie zeigt auffälligen Anstieg guter Noten
Eine Untersuchung des Berkeley-Forschers Igor Chirikov stützt die Sorge, dass Noten immer weniger über das Wissen eines Studenten aussagen. Chirikov wertete mehr als 500.000 Noten aus den Jahren 2018 bis 2025 aus.
In Kursen mit Aufgaben, bei denen KI besonders gut helfen kann, stieg der Anteil der A-Noten nach der Veröffentlichung von ChatGPT um 13 Prozentpunkte. Das entspricht einem Plus von rund 30 Prozent gegenüber 2022. Der Anstieg fiel höher aus, wenn Hausaufgaben einen großen Teil der Gesamtnote ausmachten.
Präsenzprüfungen ersetzen die Kontrolle
Berkeley hat KI-Erkennungsprogramme geprüft, hält sie aber nicht für verlässlich genug. Deshalb legt jeder Dozent seine Regeln für den KI-Einsatz selbst im Lehrplan fest.
Borcherds bezeichnet seine eigene Lösung nicht als gut, sieht derzeit aber keine bessere. Hausaufgaben bleiben damit eine Übung. Ob ein Student den Stoff verstanden hat, muss er wieder im Prüfungsraum zeigen.