OpenAI erweitert seine GPT-6-Familie um GPT-6.1 Terra. Das neue Modell konzentriert sich auf visuelles Verständnis, Computerbedienung und Textarbeit, kostet in der API aber nur halb so viel wie GPT-6.1 Sol.
Komplett verdrängen tut Terra weder Sol noch Astra. In mehreren Aufgaben kommt es den teureren Modellen aber erstaunlich nahe. Gleichzeitig arbeitet es deutlich schneller.
Edit: Artificial Analysis Benchmark am Anfang eingefügt.
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Artificial Analysis zeigt Stärken und Schwächen
Insgesamt steigert sich Terra von 42 auf 48 Punkte im Intelligence Index und liegt damit nur noch vier Punkte hinter dem eigentlich doppelt so teuren Sol.
Quelle: Artificial Analysis
Allerdings zeigt sich, dass das Terra-Modell deutlich mehr Token benötigt und damit trotz des halben Preises gerade bei den Stufen »xhigh« und »max« schlechter und teurer ist als Sol bei »high« bis »max«.
Damit ergibt sich für Terra wie beim Vorgängermodell wieder ein sehr begrenztes Spektrum sinnvoller Aufgaben. Wenn man sich nicht sicher ist, welches Modell besser ist, sollte man lieber Sol nehmen. Terra ist höchstens auf Medium oder High interessant.
Quelle: Artificial Analysis
Terra kommt Sol und Astra bei der Computerarbeit nahe
Bei Agents’ Last Exam bearbeitet das Modell anspruchsvolle Aufgaben wie die Umsetzung einer technischen Zeichnung als 3D-Modell. Mit mittlerem Reasoning liegt Terra 15 Prozentpunkte vor GPT-5.6 Terra und etwa auf dem Niveau von GPT-6 Astra, obwohl eine Million Token nur ein Zehntel kostet. Bei maximaler Thinking-Stufe arbeitet Terra zudem mehr als dreimal schneller als Astra und Sol.
Quelle: OpenAI
Auf MMMU-Pro erreicht Terra beim Verständnis von Bildern fast die Werte von Sol und Astra. In OSWorld 2.1, einem Benchmark für die Bedienung von Desktop-Anwendungen, übertrifft die mittlere Thinking-Stufe bereits den besten Wert des Vorgängers. Terra zielt damit vor allem auf häufige Büroaufgaben, etwa Formulare, technische Zeichnungen, Videos und die Übertragung von Rechnungsdaten.
Beim schweren Coding bleiben Sol und Astra vorn
Terminal-Bench 4.0 zeigt die Grenze der günstigeren Variante. Bei maximaler Thinking-Stufe löst GPT-6.1 Terra 50 Prozent der Aufgaben. GPT-5.6 Terra kam auf 22 Prozent, Sol und Astra erreichen mit mehr Rechenaufwand aber höhere Werte.
Quelle: OpenAI
Bei wissenschaftlichen Programmieraufgaben dreht sich das Bild. In Terminal-Bench-Science 0.1 schlägt Terra bei maximalem Reasoning GPT-6.1 Sol und kostet dabei weniger. Der Abstand zu Claude Opus 5.5 liegt bei weniger als fünf Prozentpunkten, während die geschätzten Kosten unter einem Fünftel liegen.
Quelle: OpenAI
Weniger Faktenfehler und viel Kontext
Auch die Faktenrichtigkeit verbessert sich deutlich. In OpenAIs Test mit schwierigen Fragen sinkt der Anteil fehlerhafter Antworten bei niedriger Thinking-Stufe von 54 auf 17 Prozent. Mit maximalem Reasoning erreicht Terra 4 Prozent und liegt damit fast gleichauf mit Sol und Astra.
Quelle: OpenAI
Das Modell verarbeitet bis zu 1,05 Millionen Token Kontext. Es versteht Text und Bilder, unterstützt unter anderem Websuche, Dateisuche, Code-Ausführung und Computerbedienung.
OpenAI stuft Terra im eigenen Preparedness Framework für Cyberfähigkeiten als »Critical« ein und übernimmt die Schutzmaßnahmen von GPT-6 Astra.
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Preise und Verfügbarkeit
GPT-6.1 Terra kostet in der API 1 Dollar pro Million Eingabetoken, 0,05 Dollar für zwischengespeicherte Eingaben und 5 Dollar pro Million Ausgabetoken. Damit halbiert OpenAI die Standardpreise von Sol. Gegenüber Astra kostet Terra sogar nur ein Zehntel.
Das Modell steht unter der Kennung »gpt-6.1-terra« in der API bereit. Außerdem ist es für Nutzer von Plus, Pro, Enterprise und Edu in ChatGPT Work und Codex verfügbar.
Terra ist somit nicht das stärkste Modell der Familie, bietet für visuelle Aufgaben und Computerarbeit aber das attraktivste Verhältnis aus Tempo, Leistung und Preis.








