Sam Altman in einer Bar

Sam Altman: OpenAI steckt Hunderte Millionen in Mathematik

Andreas Becker Cheeky Pint
Sam Altman in einer Bar

OpenAI hat für mathematische Forschung mit KI bereits mehrere Hundert Millionen Dollar an Rechenkosten eingesetzt. Sam Altman erklärte in einem ausführlichen Interview, dass das Unternehmen dabei weit mehr Ergebnisse erzielt habe als die rund 700 bereits veröffentlichten Beweise.

Ein Beweis kostete rund zehn Millionen Dollar

Besonders teuer war laut Altman die Arbeit an einem Beweis zum Navier-Stokes-Problem. Der Versuch habe ungefähr zehn Millionen Dollar oder etwas mehr gekostet. Dabei ging es nicht nur um einen einzelnen Beweis. OpenAI wollte herausfinden, wie sich Teams aus KI-Agenten für mathematische Forschung einsetzen lassen.

Zu Beginn wusste das Unternehmen nach Altmans Darstellung noch nicht, welche Arbeitsweise am besten funktioniert. Unklar war etwa, ob viele Kopien eines besonders klugen Modells oder längere einzelne Rechenläufe bessere Ergebnisse liefern. Durch die Versuche habe OpenAI diese Zusammenhänge inzwischen etwas besser verstanden.

Altman rechnet mit deutlichen Kostensenkungen. In einem Jahr könne OpenAI dieselbe Arbeit seiner Einschätzung nach zu einem Hundertstel der ursprünglichen Kosten wiederholen. Dafür sollen bessere KI-Modelle und effizientere Vorgehensweisen sorgen.

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Ein Modell löste Forschungsprobleme über Nacht

Noch eindrücklicher war Altmans Schilderung eines internen Wochenendes. Mitarbeiter hätten ein neues, nicht genanntes Modell mit den schwierigsten Problemen aus ihren akademischen Laufbahnen konfrontiert. Das KI-Modell habe Aufgaben aus mehreren Fachgebieten nacheinander gelöst, obwohl die Forscher ihm diese Leistungen nicht zugetraut hätten.

Der interne Kanal trug laut Altman den Namen »Model Name, Hold My Beer«. Er sei zwei Nächte lang vor Aufregung größtenteils wach geblieben. Gleichzeitig habe er Traurigkeit gespürt, weil mit diesen Erfolgen etwas zu Ende gehen könnte. Forscher hätten einen großen Teil ihres Lebens der Hoffnung gewidmet, eines Tages selbst solche ungelösten Probleme zu knacken.

OpenAI hält weitere Resultate zurück

Altman sagte außerdem, OpenAI besitze mehr mathematische Ergebnisse als die bekannten rund 700 Beweise. Welche Entdeckungen bislang unveröffentlicht sind, verriet er nicht.

Für ihn gehört grundlegendes Wissen der Menschheit. Zugleich müsse OpenAI einen Umgang finden, der den Forschern gerecht wird, deren Beruf und persönliche Erfüllung an eigenen Entdeckungen hängen. Die neuen Aussagen zeigen damit nicht nur, wie viel Geld OpenAI in KI-Forschung steckt. Sie geben auch einen seltenen Einblick in die Stimmung jener Mitarbeiter, die den Übergang zur automatisierten Forschung unmittelbar erleben.

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