OpenAI baut eigene KI-Hardware für das Smart Home
Der Entwickler plant smarte Lautsprecher und Brillen, die Bild- und Spracherkennung direkt in den Alltag der Nutzer integrieren.

OpenAI formiert laut The Information ein eigenes Hardware-Team für eine Familie neuartiger KI-Endgeräte. Im Zentrum der aktuellen Entwicklung steht dabei ein intelligenter Lautsprecher mit integrierter Kamera, der das Sprachmodell direkt in den Alltag integriert.
Audio-KI und Wearables ohne App-Umweg
Das Unternehmen arbeitet an verschiedenen Prototypen, um die Abhängigkeit von traditionellen Smartphone-Herstellern zu verringern. Neben einem zentralen Smart Speaker experimentiert das Team mit smarten Brillen, intelligenten Lampen und kabellosen In-Ear-Kopfhörern.
Diese Gerätefamilie zielt darauf ab, die multimodalen Fähigkeiten von ChatGPT direkt in die physische Umgebung einzubinden. Anwender greifen auf die Audio- und Bildverarbeitung zu, ohne vorher eine App auf einem Bildschirm öffnen zu müssen.
Die KI agiert somit als unsichtbare Schnittstelle im Raum.
Für die Umsetzung rekrutiert der KI-Entwickler gezielt Personal von Apple und kooperiert mit etablierten Hardware-Zulieferern. Der ehemalige Apple-Chefdesigner Jony Ive steuert das optische und konzeptionelle Design der neuen Produktlinien. Die ursprünglich geplante und intern diskutierte Marke "io" hat das Unternehmen mittlerweile vollständig verworfen.
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Herausforderung durch Edge Computing
Die Verlagerung der KI-Berechnung von der Cloud auf lokale Endgeräte erfordert leistungsstarke Chips und ein striktes Energiemanagement.
Smarte Lautsprecher und Wearables benötigen spezialisierte Prozessoren, um die Latenzen bei der Sprach- und Bilderkennung minimal zu halten. Nur durch eine schnelle lokale Inferenz der Prompts entstehen flüssige Konversationen in Echtzeit, die sich natürlich anfühlen. Gleichzeitig müssen Kamerasensorik und Mikrofone permanent aufnahmebereit sein, was den Akku bei kompakten Geräten stark belastet.
Ein konkretes Datum für den Verkaufsstart existiert noch nicht. Ein erstes Audio-Gadget – möglicherweise in Form von Earbuds – erscheint voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026. Komplexere Hardware-Projekte wie die Augmented-Reality-Brille benötigen vermutlich bis 2027, um die technischen Hürden bei der Miniaturisierung und Hitzeentwicklung zu überwinden. Mit dieser Strategie wandelt sich der reine Software-Anbieter zum direkten Konkurrenten für die etablierten Tech-Konzerne im Smart-Home-Sektor.