Verschiedene KI Firmen mit und ohne Werbung

Perplexity schmeißt die Werbung wieder aus seiner KI-Suche

Nach erster Kritik rudert der Herausforderer direkt zurück. Das Vertrauen der Nutzer in echte Fakten sei am Ende wichtiger als schnelle Werbeeinnahmen.

Andreas Becker Nano Banana
Verschiedene KI Firmen mit und ohne Werbung

Der KI-Anbieter und Suchmaschineexperte Perplexity stellt sein Werbegeschäft mit sofortiger Wirkung wieder ein, da die eingeblendeten Anzeigen das Vertrauen der Nutzer beschädigen. Damit reagiert das Unternehmen auf die aktuelle Marktentwicklung, in der Konkurrenten wie OpenAI zunehmend auf werbefinanzierte Chatbots setzen.

Kehrtwende bei der Suche

Perplexity beendet die Platzierung von gesponserten Inhalten in seinen Suchergebnissen. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit dem Schutz der Nutzerbindung, da kommerzielle Einblendungen die wahrgenommene Neutralität der Antworten untergraben. Die Entscheidung markiert eine Abkehr von dem erst kürzlich eingeführten Plan, neben dem kostenpflichtigen Abonnement ein zweites finanzielles Standbein durch Werbekunden aufzubauen.

Konsumenten reagieren zunehmend empfindlich auf vermischte Inhalte bei generativer Künstlicher Intelligenz. Wenn ein System zusammenhängende Texte als Antwort auf komplexe Fragen formuliert, lässt sich wesentlich schwerer als bei klassischen Suchmaschinen erkennen, welche Passagen organisch entstanden sind und welche durch finanzielle Interessen gesteuert wurden. Bei einer herkömmlichen Link-Liste ist die optische Trennung für den Anwender klarer erfassbar.

Perplexity zieht nun die Konsequenz aus diesem Transparenzproblem und finanziert den Betrieb seiner Server ab sofort wieder ausschließlich über direkte Nutzerzahlungen.

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Die Strategie der etablierten Anbieter

Während das Start-up den Rückzug antritt, forcieren andere Technologiekonzerne die Kommerzialisierung ihrer KI-Dienste. OpenAI testet derzeit offiziell Werbeeinblendungen in der kostenlosen Version von ChatGPT. Die Integration soll die immensen Rechenkosten decken, die bei der Beantwortung von täglich Millionen Nutzeranfragen anfallen. Werbetreibende können sich durch dieses Modell direkt in den Chatverlauf der Anwender einkaufen.

Google wählt einen ähnlichen Weg und verwebt Anzeigen mit seinen generativen Ergebnissen. Da Suchmaschinenwerbung das fundamentale Kerngeschäft des Konzerns darstellt, adaptiert Google dieses etablierte System für die neuen KI-basierten Suchformate. Nutzer sehen bei produktbezogenen Anfragen entsprechende Shopping-Links direkt neben oder in den zusammenfassenden Texten der KI.

Meta verfolgt hingegen einen indirekten Ansatz bei der Monetarisierung. Der Konzern schaltet zwar keine klassischen Banner in den Konversationen seiner Meta AI, wertet jedoch die Inhalte der Chatverläufe systematisch aus. Diese gewonnenen Daten fließen in die Algorithmen ein, um die Werbeanzeigen in den regulären Feeds von Instagram und Facebook noch präziser auf die Interessen der Nutzer zuzuschneiden.

Kommerzfreier Raum als Verkaufsargument

Die unterschiedlichen Herangehensweisen spalten den Markt sichtbar in zwei Lager. Anbieter wie Anthropic nutzen die Werbe-Offensive von OpenAI mittlerweile aktiv für das eigene Marketing. Das Unternehmen hinter dem Sprachmodell Claude positioniert seinen Dienst explizit als ablenkungsfreien Ort und wirbt offensiv mit einer ruhigen Arbeitsumgebung.

Dieser Konflikt gipfelte im Februar in einem Super-Bowl-Werbespot, in dem Anthropic die zunehmend mit Anzeigen überladene Benutzeroberfläche der Konkurrenz parodierte. OpenAI-Chef Sam Altman reagierte öffentlich auf die Kritik, was die wachsende Spannung zwischen den verschiedenen Geschäftsmodellen in der Branche unterstreicht.

Ob der Verzicht auf Anzeigen für Perplexity langfristig wirtschaftlich tragfähig bleibt, hängt nun maßgeblich von den Verkaufszahlen der Pro-Lizenzen ab.

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