Meta plant Gesichtserkennung für Ray-Ban Smartglasses im Alltag
Eine neue "Name Tag"-Funktion soll Personen im Sichtfeld in Echtzeit erkennen und zuverlässig benennen.

Meta arbeitet Berichten zufolge an einer Gesichtserkennung für seine Ray-Ban-Smartglasses, die intern unter dem Namen "Name Tag" entwickelt wird. Die Technologie soll Trägern ermöglichen, Personen im Sichtfeld in Echtzeit durch einen Abgleich mit Datenbanken zu identifizieren.
Echtzeitanalyse durch biometrischen Abgleich
Berichten der New York Times zufolge greift Meta für das Feature auf maschinelles Lernen zurück, um erfasste Gesichter mit Profilen aus sozialen Netzwerken und öffentlichen Datenbanken abzugleichen. Die in die Brille integrierten Kameras scannen dabei kontinuierlich das Sichtfeld des Nutzers. Die visuellen Daten wandern anschließend zur biometrischen Auswertung auf Metas Server, wo der eigentliche Erkennungsprozess stattfindet.
Bei einer positiven Übereinstimmung nennt das System den Namen der erfassten Person über die integrierten Lautsprecher im Brillenbügel. Technisch erfordert ein solcher Echtzeit-Abgleich eine permanente, breitbandige Internetverbindung sowie hohe Rechenkapazitäten in der Cloud. In der Praxis muss sich zeigen, wie stark diese ununterbrochene Datenübertragung die ohnehin knappe Akkulaufzeit der tragbaren Geräte beansprucht.
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Der "Super-Sensing"-Modus im Detail
Die Gesichtserkennung ist offenbar Teil eines umfassenderen "Super-Sensing"-Modus, den der Konzern für kommende Hardware-Generationen entwickelt. Medienberichten zufolge schalten die Brillen in diesem Modus zusätzliche Sensoren und Mikrofone scharf, um ein detaillierteres Profil der Umgebung zu erstellen. Das System verarbeitet nicht nur visuelle Daten, sondern analysiert gleichzeitig Sprachmuster und Umgebungsgeräusche.
Die Algorithmen filtern relevante Informationen aus dem permanenten Datenstrom und übergeben sie an Sprachmodelle zur weiteren Verarbeitung. Laut Herstellerangaben zielt die Architektur auf eine nahtlose Verschmelzung von physischer und digitaler Welt ab. Die Latenzzeiten zwischen optischer Erfassung und Audio-Feedback sollen dabei im niedrigen Millisekundenbereich liegen, um Verzögerungen im Alltag zu vermeiden.
Regulatorische Hürden und Datenschutz
Die geplante Einführung wirft unmittelbare Fragen zum Schutz der Privatsphäre auf. Das anlasslose Scannen des öffentlichen Raums ohne explizite Zustimmung der Aufgenommenen gilt rechtlich als äußerst problematisch. Insbesondere in der Europäischen Union kollidiert eine solche Funktion mit den strikten Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie dem neuen AI Act.
Meta argumentiert intern, die Technologie diene unter anderem der Barrierefreiheit und unterstütze Menschen mit Gesichtsblindheit. Kritiker bezweifeln diesen spezifischen Nutzen als primäres Motiv und warnen vor dem Aufbau einer unkontrollierten Überwachungsinfrastruktur im öffentlichen Raum. Ob und in welcher Form die Funktion den Markt erreicht, hängt letztlich von den anstehenden Entscheidungen lokaler Regulierungsbehörden ab.
Eine finale Bestätigung des Unternehmens zu einem konkreten Veröffentlichungsdatum steht noch aus.