Survival LLM verpackt einen lokalen Chatbot und rund 1,5 Millionen Notfall-, Medizin- und Reparaturartikel für Situationen ohne Internet. Das kostenlose Open-Source-Projekt beantwortet Fragen auf dem eigenen Rechner, zeigt seine Fundstellen und sendet weder Prompts noch persönliche Dateien in die Cloud.
21 von 22 Notfallfragen richtig beantwortet
Im Notfalltest des Projekts trafen Nemotron 3.5 Super und Qwen3.8 27B bei 21 von 22 Fragen die Kernaussage offizieller Empfehlungen. Nemotron erreichte 86 Prozent der vergebenen Punkte, Qwen 80 Prozent. Nemotron 3.5 Lightning kam auf 19 richtige Kernaussagen und 77 Prozent, lieferte aber eine potenziell schädliche Antwort.
Granite 4.2 8B beantwortete 14 Fragen im Kern richtig und erreichte 55 Prozent. Eine noch kleinere Variante mit 3 Milliarden Parametern fiel mit gefährlichen Ratschlägen auf. Sie empfahl unter anderem nur drei Fuß Abstand zu einer heruntergefallenen Stromleitung. Survival LLM bietet dieses Modell deshalb nicht (mehr) an.
Für den Test mussten die Modelle mit dem vollständigen Chatbot, dessen Suchfunktionen und der lokalen Bibliothek arbeiten. Blinde KI-Juroren verglichen die Antworten mit Vorgaben von CDC, FEMA, EPA, NHS, WHO, USDA und dem Roten Kreuz. Die Messung lief mit einer früheren Fassung der Bibliothek und eignet sich daher vor allem zum Vergleich der Modelle untereinander.
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Lokale Quellen statt Internetzugriff
Die große Bibliothek enthält etwa 930.000 häufig gelesene Wikipedia-Artikel. Hinzu kommen medizinische Inhalte von MedlinePlus und WikEM, Katastrophenhinweise von Ready.gov, Material der CDC und des US-Militärs sowie Reparaturanleitungen von iFixit. Eine Volltextsuche findet passende Abschnitte, die das KI-Modell für seine Antwort liest.
Jede Antwort nennt die verwendeten Artikel. Survival LLM gleicht diese Liste mit den tatsächlich geöffneten oder gefundenen Quellen ab und ersetzt erfundene Angaben. Nutzer können außerdem eigene PDFs, Word-Dokumente, E-Books, Webseiten und Textdateien einbinden. Gescannte Seiten und Fotos erkennt die aktuelle Version noch nicht.
Der Chatbot speichert auf Wunsch Angaben wie Allergien, Medikamente oder das Modell eines Generators für spätere Gespräche. Diese Notizen bleiben ebenso lokal wie die hochgeladenen Dateien. Ein Konto oder Tracking gibt es nicht.
Kostenlos für Mac und Windows
Survival LLM wählt das KI-Modell anhand von Betriebssystem und Arbeitsspeicher. Rechner mit 16 GByte RAM laden Granite 4.2 8B mit 6 GByte herunter. Windows-PCs ab 32 GByte bekommen Nemotron 3.5 Lightning mit 25 GByte. Macs mit 32 bis 96 GByte verwenden Qwen3.8 27B mit 18 GByte, ab 128 GByte kommt Nemotron 3.5 Super mit 80 GByte zum Einsatz.
Die vollständige Bibliothek benötigt rund 9 GByte Download und 19 GByte Speicher. Eine kleinere Variante ohne Wikipedia und iFixit belegt 3 GByte. Unterstützt werden Macs ab macOS 14 sowie Windows 10 und 11. Einrichtung und Downloads brauchen zunächst Internet, danach arbeitet Survival LLM offline. Der Code steht unter der MIT-Lizenz kostenlos auf GitHub.
