Der Chipentwickler erweitert sein Geschäftsmodell und bürgt für die Infrastruktur von KI-Unternehmen. Das erste Großprojekt in Ohio sichert OpenAI Milliarden-Kapazitäten – und bindet das Unternehmen exklusiv an Nvidia.
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— Jensen Huang (@JensenHuang) August 17, 2026
Vom Chipentwickler zum Immobilien-Bürgen
Weil der Mangel an Energie und passenden Immobilien das Wachstum großer KI-Unternehmen ausbremst, besorgt Nvidia nun sogenannte LPS-Kapazitäten (Land, Power, Shell) für ausgewählte Kunden. Das erste Großprojekt entsteht am PORTS-Pike Technology Campus in Ohio in Zusammenarbeit mit dem Energieunternehmen SB Energy.
OpenAI zieht als erster Mieter auf das Gelände. Der ChatGPT-Entwickler plant dort KI-Rechenzentren mit einem Energiebedarf von zunächst 4,25 Gigawatt. Nvidia bürgt über einen Zeitraum von 20 Jahren für Teile der Pacht- und Stromkosten. Im Gegenzug wird der Standort exklusiv für Nvidia-Hardware reserviert.
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Das Problem der KI-Unternehmen
Bislang beschafften Tech-Konzerne diese Ressourcen selbst. Große Cloud-Anbieter verfügen über das nötige Kapital für den Bau eigener Rechenzentren. Aufstrebende KI-Entwickler wachsen dagegen oft schneller, als es ihre Bilanzen hergeben. Ihnen fehlt die Bonität für jahrzehntelange Infrastrukturverträge.
Laut Nvidia-Chef Jensen Huang wird deren Wachstum deshalb »zunehmend nicht durch Modelle oder Kundennachfrage begrenzt, sondern durch die Verfügbarkeit von Rechenleistung.« Indem Nvidia als Garant einspringt, löst das Unternehmen den physischen Engpass seiner Kunden.
Die Bürgschaft rechnet sich für Nvidia. OpenAI verpflichtet sich, am Standort in Ohio ausschließlich Nvidias DSX-Plattform zu nutzen. Huang kalkuliert, dass allein die zyklischen Hardware-Upgrades über die Jahre 150 bis 200 Milliarden US-Dollar Umsatz bringen.
Sollte Nvidia die Vereinbarung erweitern und OpenAIs Gesamtkapazität so auf rund 16 Gigawatt anwachsen, könnte das Geschäft bis 2030 auf rund 600 Milliarden Dollar steigen. Falls der Mieter die Anlagen später verlässt, behält Nvidia die Kontrolle. Das Unternehmen kann die freigewordenen Rechenkapazitäten dann direkt an andere Kunden aus dem eigenen Netzwerk weitervermitteln.
