Ein Roboter und ein Mensch kämpfen um eine Aufgabe

Anthropic-Studie: Roboter können Menschen ersetzen

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Ein Roboter und ein Mensch kämpfen um eine Aufgabe

Roboter können bereits rund drei Viertel der körperlichen Arbeit in den USA erledigen. Eine neue Anthropic-Studie zeigt allerdings, warum das bisher nur selten wirtschaftlich sinnvoll ist und welche Berufe besonders betroffen sind.

Vieles geht nur in vorbereiteten Umgebungen

Die Forscher Russell Legate-Yang und Maxim Massenkoff haben mithilfe von Claude rund 19.000 Tätigkeiten aus etwa 900 Berufen untersucht. Das KI-Modell recherchierte konkrete Roboter und bewertete deren nachgewiesene Fähigkeiten sowie die benötigte Arbeitsumgebung. Auch die Zeitanteile einzelner Aufgaben und die Kosten schätzte Claude.

Das Ergebnis betrifft einen beträchtlichen Teil des Arbeitsalltags. Roboter können Tätigkeiten übernehmen, die zusammen 34 Prozent der gesamten US-Arbeitszeit ausmachen. Allein 23 Prozent entfallen jedoch auf Aufgaben, für die sie eigens eingerichtete Umgebungen wie Produktionslinien brauchen.

Weitere zehn Prozent schaffen Roboter in geordneten menschlichen Arbeitsumgebungen, etwa Lagerhallen. Nur ein Prozent der Arbeitszeit entfällt auf Tätigkeiten, die sie auch in weniger vorhersehbaren Umgebungen wie Straßen erledigen können.

Quelle: Anthropic

Am stärksten betroffen sind Taxifahrer, gefolgt von Fahrern landwirtschaftlicher Maschinen und kleiner Lastwagen. Krankenpfleger und Mechaniker liegen deutlich niedriger, weil heutige Roboter viele ihrer körperlichen Aufgaben selbst unter kontrollierten Bedingungen nicht bewältigen.

Die besonders betroffenen Beschäftigten sind häufiger männlich, haben seltener einen Hochschulabschluss und verdienen weniger. Robotik erreicht damit andere Berufsgruppen als Sprachmodelle, die vor allem Büroarbeit betreffen.

Quelle: Anthropic

Menschen sind meistens günstiger

Die Kostenrechnung fällt erheblich zurückhaltender aus. Bei nur drei von tausend Arbeitsstunden sind Roboter bereits günstiger als menschliche Arbeitskräfte. Die Berechnung berücksichtigt neben Anschaffung und Installation auch Wartung, Energie und menschliche Aufsicht.

Eine Ausnahme sind Verpacker. Um deren automatisierbare Arbeit zu erledigen, kosten Roboter jährlich rund 45.000 Dollar pro ersetztem Mitarbeiter. Die gesamte jährliche Vergütung eines Verpackers liegt bei etwa 49.000 Dollar, wobei Roboter 97 Prozent seiner Tätigkeiten übernehmen können.

Für die automatisierbaren Aufgaben eines Reinigungsmitarbeiters kalkuliert die Studie dagegen rund 280.000 Dollar im Jahr. Die jährliche Vergütung eines menschlichen Mitarbeiters beträgt aber nur rund 48.000 Dollar.

Quelle: Anthropic

Um bei zehn Prozent der heutigen Arbeitszeit günstiger zu sein, müssten die Roboterkosten um etwa 70 Prozent sinken. Bei einem jährlichen Rückgang von drei Prozent, wie ihn historische Preisdaten nahelegen, würde das ungefähr 40 Jahre dauern.

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Geschicklichkeit fehlt häufiger als Denkvermögen

Besonders schwer zu automatisieren sind direkter menschlicher Kontakt und Tätigkeiten, die geschickte Handgriffe verlangen.

Bei der Hälfte der körperlichen Aufgaben müssten Roboter besser mit Gegenständen umgehen können, damit eine breite Automatisierung gelingt. Dazu gehört etwa, Kabel zu entwirren oder vorsichtig um vergrabene Leitungen herumzugraben. Fehlende Fähigkeiten beim Planen und Nachdenken begrenzen dagegen nur acht Prozent dieser Aufgaben.

Von Menschen für Menschen

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