Donald Trump soll seit rund einem Jahr von einem Spionageverdacht im Umfeld von Jensen Huang gewusst haben. Der Nvidia-Chef selbst habe keine offizielle Warnung erhalten. Das berichtete die New York Times am 29. Oktober und machte damit einen Fall öffentlich, der zunächst mit dem Verdacht auf Chip-Schmuggel begonnen hatte.
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Wie ein Nvidia-Kunde ins Visier geriet
US-Behörden prüften, ob der Rechenzentrumsbetreiber Megaspeed aus Singapur Nvidia-Chips unter Umgehung von Exportauflagen nach China gebracht hatte. Bei der Überwachung der Megaspeed-Managerin Alice Huang fiel den Behörden laut der Zeitung auf, wie eng ihr Kontakt zum Nvidia-Chef war. Sie verdächtigten die Managerin, Informationen an Peking weiterzugeben.
Jensen Huang verteidigte noch am selben Tag im Gespräch mit Bloomberg die Geschäfte mit Megaspeed. Nvidia habe geprüft, wo die Chips des Kunden eingesetzt wurden. Der Konzern beschrieb die Treffen mit Alice Huang als üblichen Kundenkontakt. Megaspeed habe keine Geschäftsgeheimnisse oder Informationen zur nationalen Sicherheit erhalten.
Washington will Antworten
Am 5. November machten drei republikanische Ausschussvorsitzende im US-Repräsentantenhaus ihre Einladung an Jensen Huang öffentlich. Sie wollen ihn am 18. November hinter verschlossenen Türen zu seinen Kontakten mit Alice Huang und zu Nvidias Schutz vor Spionage befragen.
Am Freitagabend ging es dann auch um Huangs Privatleben. Die Financial Times berichtete über ein internes US-Regierungsmemo, in dem von einer möglichen Liebesbeziehung zwischen Jensen und Alice Huang die Rede sei.
Die New York Times berichtete unterdessen, Chinas Geheimdienst habe die Managerin gezielt angeworben, um Informationen über den Nvidia-Chef zu sammeln. Nvidia lehnte es gegenüber der Financial Times ab, das Memo oder die behauptete Beziehung zu kommentieren.
Madison Huang sagt ihre Reise ab
Am Samstag meldete Yonhap, dass Nvidia-Managerin Madison Huang ihre Reise nach Südkorea kurzfristig abgesagt hat. Die Tochter des Nvidia-Chefs sollte dort unter anderem Vizepremier Bae Kyung-hoon treffen. Yonhaps Quellen nannten familiäre Gründe. Einige Branchenkenner vermuten einen Zusammenhang mit den Berichten über ihren Vater. Nvidias AI Day in Seoul soll am 9. und 10. November wie geplant stattfinden.
