Lindy arbeitet als KI-Kollege in Slack, E-Mail, SMS und am Telefon. Der Nutzer übergibt eine Aufgabe in Alltagssprache, während Lindy Informationen aus verbundenen Diensten holt und die Arbeit dort erledigt. Mit »Lindy Apps« baut der Dienst inzwischen sogar interne Anwendungen auf Basis vorhandener Unternehmensdaten.
Lindy AI
No-Code KI-AgentenAnwendungsbeispiel
Aus verstreuten Geschäftszahlen wird die Montagspräsentation
Am Sonntagabend fehlen noch die Folien für die nächste Teambesprechung. Die Umsätze stehen im CRM, die Supportzahlen in Zendesk und die Produktnutzung in PostHog. Lindy kann diese Quellen zusammenführen und daraus eine Präsentation mit Diagrammen und Erläuterungen in der vorhandenen Vorlage bauen.
Für den Einstieg verbindet der Nutzer die benötigten Konten und stellt die Präsentationsvorlage bereit. Anschließend beschreibt er Zeitraum, Kennzahlen und gewünschte Gliederung. Ein möglicher Auftrag lautet:
Präsentation: Erstelle die Präsentation für unsere Montagsbesprechung aus den Daten der vergangenen Kalenderwoche. Nutze HubSpot für neue Abschlüsse, Zendesk für offene Kundenanfragen und PostHog für die Produktnutzung. Verwende unsere Vorlage, beschränke dich auf sechs Folien und zeige die drei größten Veränderungen gegenüber der Vorwoche. Kennzeichne fehlende Daten und lege das Ergebnis zunächst zur Prüfung vor.
Der praktische Reiz liegt in der Vorbereitung. Der Verantwortliche beginnt mit einem zusammenhängenden Entwurf und kann sich auf die auffälligen Zahlen konzentrieren. Welche Schlüsse daraus für das Geschäft folgen, entscheidet derjenige, der die Präsentation hält.
Drei Funktionen, die Lindy interessant machen
Postfach, Kalender und Meetings verwalten
Lindy sortiert Gmail- und Outlook-Postfächer, kennzeichnet dringende Nachrichten und entwirft direkt Antworten im Stil des Nutzers. Nach einer Kontrolle kann man also direkt antworten. Je nach Tarif lassen sich zwei bis fünf Postfächer verbinden.
Gleichzeitig kann Lindy auch Termine in Google oder Microsoft Celendar eintragen und planen.
Bei Google Meet, Zoom und Microsoft Teams kann Lindy zudem als Teilnehmer erscheinen, das Gespräch aufzeichnen und anschließend Entscheidungen, Aufgaben sowie eine Follow-up-Mail vorbereiten.
Abläufe einmal zeigen und wiederholen lassen
Mit »Watch and Learn« zeichnet der Nutzer einen Arbeitsablauf bis zu einer Stunde lang auf. Lindy beobachtet die einzelnen Schritte und kann dieselbe Aufgabe später erneut ausführen. Eine schriftliche Beschreibung ist ebenfalls möglich.
Mehr als 40 Skills decken unter anderem Recherche, Datenanalyse, Dokumente und Präsentationen ab. Eigene Skills halten die gewünschte Arbeitsweise fest. Routinen starten wiederkehrende Aufgaben zu einer festen Zeit, etwa einen täglichen Werbekosten-Check oder einen Wochenbericht.
Wissen aus dem ganzen Unternehmen sammeln
»Lindy Brain« ordnet und speichert Informationen aus E-Mail, Slack, Meetings und erledigten Aufgaben in Dateien ab. Der Nutzer kann diese Dateien lesen, ändern oder löschen.
Das hilft besonders bei Fragen, deren Antwort über mehrere Dienste verteilt liegen. Ein Mitarbeiter kann nach einer Entscheidung fragen und erhält die passende Besprechung oder Datei als Quelle dazu.
Kurz: Anstatt lange zu suchen, werden die Informationen direkt gefunden. Gerade für Menschen, die nicht für ihre Ordnung bekannt sind, ist diese Funktion Gold wert.
Vorteile & Nachteile
- Automatisierungen in Alltagssprache statt mit Programmierkenntnissen
- Durchsucht mehrere freigegebene Besprechungen gemeinsam
- Bereitet E-Mails im eigenen Schreibstil vor
- Macht gespeichertes Arbeitswissen direkt bearbeitbar
- Bietet Probeläufe für wiederkehrende Aufgaben
- Komplexe Aufträge können viele Credits verbrauchen
- Eigene Skills noch nicht überall verfügbar
Leichte Automatisierung
Besonders gut gefällt der einfache Zugang zu eigenen Automatisierungen. Ein Mitarbeiter kann eine wiederkehrende Aufgabe selbst beschreiben, mit seinen Anwendungen verbinden und ausprobieren. Wer den eigenen Arbeitsablauf kennt, bringt damit die wichtigste Voraussetzung mit, auch ohne Erfahrung in der Softwareentwicklung.
Credit-Verbrauch
Der größte Nachteil ist die schwer abschätzbare Reichweite des Guthabens. Eine kurze Antwort und eine aufwendige Analyse werden beide über Credits abgerechnet, benötigen aber sehr unterschiedliche Mengen.
Coole Usecases
Rechnungen jeden Monat gleich verarbeiten
Ein Mitarbeiter lädt Rechnungen herunter, benennt sie um, trägt Beträge ein und verschiebt die Dateien immer nach demselben Muster.
Den Ablauf einmal vormachen
Der Nutzer zeichnet den Vorgang mit »Watch and Learn« auf und lässt Lindy im nächsten Monat die Aufgabe automatisiert erledigen.
Nach dem Urlaub fehlt der Zusammenhang
Entscheidungen verteilen sich auf lange Slack-Threads, E-Mails, Meetings und neue Aufgaben im Projektplan.
Ein persönliches Rückkehr-Briefing
Lindy sammelt Entscheidungen, direkte Erwähnungen der eigenen Person, offene Aufgaben und sortiert sie nach Wichtigkeit.
Anrufe unterbrechen konzentrierte Arbeit
Interessenten wollen einen Termin, Bestandskunden haben Rückfragen und manche Anrufer hinterlassen nur eine Nachricht.
Lindy nimmt ab und bucht
Lindy beantwortet den Anruf, nutzt den passenden Buchungslink und schickt dem Mitarbeiter eine Zusammenfassung mit dem vereinbarten nächsten Schritt.
Preise & Abos
Der kostenlose Zugang enthält einmalig 50$ Guthaben. Die Credits gelten sieben Tage und erfordern keine Kreditkarte. Unbedingt überprüfen, ob man »kündigen« muss.
Quelle: Lindy - Stand 04.11.2026
Der Team-Tarif beginnt bei 49,99$ pro aktivem Nutzer und Monat. Jeder Sitz bringt 5.000 Credits in einen gemeinsamen Vorrat ein. Weitere Stufen erhöhen den Vorrat, etwa auf 15.000 Credits für 99,99$ oder 35.000 Credits für 199,99$ im Monat.
Einfache Antworten, Zusammenfassungen und Aktualisierungen benötigen etwa 2 bis 250 Credits. Ausführliche Recherche oder die Bearbeitung einer Support-Warteschlange liegt häufig zwischen 250 und 500 Credits. Interne Apps, umfangreiche Dashboards und aufwendige Präsentationen können auch mehr verbrauchen.
Monatliche Credits verfallen am Ende des Abrechnungszeitraums. Zusätzliches Guthaben kostet 10$ je 1.000 Credits und bleibt bis zum Verbrauch erhalten. Ist der Vorrat leer, pausiert Lindy die betroffenen Aktionen.
Enterprise-Kunden erhalten individuelle Preise sowie SSO, SCIM, Audit-Protokolle, eigene Abrechnung und eine unterschriebene Vereinbarung für HIPAA-Anforderungen. Der günstige Einstieg passt zu einem einzelnen Nutzer mit klar abgegrenzten Aufgaben. Viele Mitarbeiter und lange Aufträge treiben den Preis schnell nach oben.
Alternativen & Vergleich
Zapier Agents verbindet sich mit mehr als 9.000 Apps und passt zu Teams, die bereits Zapier für feste Automatisierungen nutzen. Lindy bringt den gemeinsamen Arbeitskontext stärker in Slack, Meetings und das Postfach.
Make zeigt Abläufe, Datenwege und Fehler in einer visuellen Oberfläche. Mit Maia und AI Agents lassen sich Aufgaben ebenfalls in Alltagssprache bauen, während der Nutzer die einzelnen Schritte leichter kontrollieren kann.
n8n bietet eine kostenlose Community Edition für den eigenen Server und erlaubt eigenen Code. Es eignet sich für technische Teams, die Daten und Ausführung selbst verwalten und komplexe Abläufe bis ins Detail anpassen wollen.
Anbieter Informationen
Lindy wurde 2023 von Flo Crivello gegründet und sitzt in San Francisco. Der Gründer leitete zuvor das virtuelle Büro Teamflow und arbeitete als Produktmanager bei Uber. Hinter Lindy steht die in Oregon registrierte Crivello Corp.
Das Unternehmen ist privat und nicht an der Börse. Zu den Investoren zählen Battery Ventures, Menlo Ventures und Coatue. Lindy veröffentlicht Nutzungsbedingungen, eine Kontaktadresse und Angaben zu SOC 2 Type II sowie zur DSGVO.
Die Bewertungen fallen weiterhin ungewöhnlich unterschiedlich aus. G2 führt Lindy mit 4,9 von 5 Punkten aus 171 Bewertungen. Nutzer loben dort vor allem die schnelle Einrichtung und den geringen Aufwand für einfache Automatisierungen.
Trustpilot zeigt 3,0 von 5 Punkten aus 52 Bewertungen. Nutzer berichten vor allem über verbrauchte Credits und fehlerhafte Aufgaben. Mehrere neue Bewertungen aus Oktober und November 2026 loben dagegen E-Mail, Kalender, CRM und den Support.
Fazit & Bewertung
Das All-AI Urteil
Lindy wirkt inzwischen deutlich mehr wie ein erreichbarer KI-Kollege als wie ein klassischer Automatisierungsbaukasten. Besonders spannend sind »Watch and Learn« und der gemeinsame Wissensspeicher. Ein kleiner Probebetrieb mit einer klar messbaren Aufgabe zeigt am schnellsten, ob Zuverlässigkeit und Credit-Verbrauch zum eigenen Alltag passen.
kostenlos Ausprobieren*FAQ - die wichtigsten Fragen
Hier versuchen wir, die wichtigsten und häufigsten Fragen zu Lindy zu beantworten. Sollte noch etwas unklar sein, könnt ihr uns gerne per E-Mail oder über die sozialen Medien kontaktieren.

