NEURA Robotics steigt mit einer eigenen Sparte ins Gesundheitswesen ein. NEURA HealthTech soll Kliniken mit kognitiven Robotern bei körperlich anstrengenden Routineaufgaben entlasten. Die erste Anwendung transportiert leere Krankenbetten selbstständig durch Gebäude und soll Pflegekräften bei 20 Fahrten pro Tag mehr als 1.300 Arbeitsstunden im Jahr zurückgeben.
Ein Roboter übernimmt den Bettentransport
Das Personal fordert eine Fahrt an, anschließend hebt die flache Plattform das leere Bett an und bringt es zwischen Stationen und Etagen ans Ziel. Dank omnidirektionalem Antrieb dreht sie sich auf der Stelle, kommt durch enge Flure und kann Betten aus Patientenzimmern manövrieren. Die Sicherheitsfunktionen bleiben auch aktiv, während das Bett angehoben ist.
Patienten transportiert der Roboter (noch) nicht. Vor dem ersten Einsatz prüft der Integrationspartner AURONIQ ROBOTICS die Anwendung im tatsächlichen Gebäude. Dabei fließen unter anderem Türbreiten, Flure und die Maße der Aufzüge ein. Auch Hygiene- und Sicherheitsanforderungen sollen bereits in der Entwicklung berücksichtigt werden.
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MAV bildet die mobile Grundlage
Die technische Basis liefern mobile Transportroboter aus NEURAs MAV-Familie. MAV steht für »Multi-Sensing Autonomous Vehicle«. Die Plattformen orientieren sich mit eingebauten Sensoren, suchen ihre Route selbst und reagieren auf Menschen oder Hindernisse. 360-Grad-Laserscanner überwachen die Umgebung, während der Roboter seine Geschwindigkeit an die Situation anpasst oder sicher stoppt.
NEURA bietet MAV je nach Aufgabe in mehreren Varianten an. MAV 500 trägt bis zu 500 Kilogramm, MAV 1500 bis zu 1.500 Kilogramm. MAV+ lässt sich mit Roboterarmen oder Regalen ausrüsten und ist für enge Bereiche ausgelegt. Im Krankenhaus soll diese Variante auch benutzte Instrumente zu Reinigungs- und Sterilisationsgeräten bringen und saubere Sets wieder an die Stationen verteilen.
Quelle: Neura
Alle Varianten erreichen bis zu 1,5 Meter pro Sekunde und lassen sich einzeln oder als Flotte einsetzen. Ihre Betriebszeit liegt je nach Modell zwischen sieben und zehn Stunden. Kabelloses Laden ermöglicht längere Einsätze mit kurzen Unterbrechungen.
Quelle: Neura
Weitere Roboter sollen folgen
Die Systeme werden mit dem Neuraverse verbunden, einem offenen Ökosystem für Roboter, Sensoren und KI. Informationen aus Räumen und Geräten sollen dort zusammenlaufen, damit Aufgaben erkannt und passenden Robotern zugeteilt werden können.
Nach dem Bettentransport plant NEURA weitere Anwendungen. Der Serviceroboter MiPA wird für Hilfen im Patientenzimmer und bei der Medikamentengabe trainiert. Kognitive MAiRA-Roboterarme sollen später Instrumente reichen und Aufgaben in der klinischen Intralogistik übernehmen. Kliniken sollen die Technik über Partner zu einer festen Monatsrate mieten können, einschließlich Integration, Wartung und Software-Updates.


