OpenAI wird in diesem Jahrzehnt nicht mehr profitabel
Die Entwicklung fähigerer Sprachmodelle erfordert immense Rechenleistung. Neue Dokumente zeigen das gigantische Ausmaß der Kosten.

Der Kapitalbedarf für das Training großer KI-Modelle steigt weiter rasant an. Interne Finanzdokumente von OpenAI weisen bis 2030 einen kumulierten Cashburn von 665 Milliarden US-Dollar aus, wie The Information berichtet. Das sind 111 Milliarden mehr als bisher kalkuliert.
Compute-Kosten als primärer Treiber
Der Hauptgrund für die immense finanzielle Belastung liegt in der benötigten Rechenleistung für kommende KI-Generationen. Die Ausgaben für die Compute-Infrastruktur belaufen sich in der aktualisierten Kalkulation auf fast 600 Milliarden US-Dollar. Das umfasst den Erwerb spezialisierter KI-Beschleuniger, den Aufbau gigantischer Server-Cluster und die immense Stromversorgung.
Moderne KI-Architekturen erfordern für Fortschritte beim Reasoning ein stetiges Wachstum an Parametern und synthetischen Trainingsdaten. Die Modelle werden dadurch auf absehbare Zeit immer ressourcenhungriger.
Die zugrundeliegenden Skalierungsgesetze diktieren einen klaren Pfad: Mehr Rechenleistung führt verlässlich zu fähigeren Modellen. Dieser technische Umstand zwingt Entwickler zu massiven Vorabinvestitionen in Hardware, lange bevor neue Systeme marktreif sind.
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Diskrepanz zwischen Umsatz und Infrastruktur
Das Unternehmen verzeichnet parallel ein hohes Umsatzwachstum, angetrieben durch eine intensive Nutzung der API und neue Enterprise-Kunden. Die reinen Betriebskosten für die Inferenz bestehender Systeme und das parallele Training der nächsten Generation übersteigen diese Einnahmen jedoch bei weitem. Die finanzielle Lücke zwischen laufenden Einnahmen und notwendigen Ausgaben wächst in den kommenden Jahren dadurch rasant an.
Um die technologische Führung in einem stark umkämpften Markt zu behaupten, sichert sich der KI-Entwickler derzeit weltweit Kapazitäten in Rechenzentren. Diese langfristigen Verträge binden enormes Kapital und belasten die Bilanz zusätzlich.
Profitabilität rückt in weite Ferne
Frühere Finanzplanungen gingen noch davon aus, die Gewinnschwelle deutlich früher in diesem Jahrzehnt zu erreichen. Durch den ungeplanten Mehrbedarf von 111 Milliarden US-Dollar verschiebt sich der Zeitpunkt für einen profitablen Geschäftsbetrieb weiter in die Zukunft.
Das Erreichen der schwarzen Null hängt nun maßgeblich davon ab, ob die breite Anwendung der Modelle zu sprunghaft höheren Einnahmen führt. Alternativ müssen neue Algorithmen die Hardwarekosten beim Training signifikant dämpfen. Bis dahin bleibt der Ausbau der Infrastruktur ein defizitäres Geschäft.