Sam Altman und Dario Amodei

OpenAI stoppt Astra 6.1: Der wahre Grund

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Sam Altman und Dario Amodei

OpenAI streicht die Veröffentlichung von GPT-6.1 Astra kurz vor dem DevDay. Offiziell scheiterte das Modell an gravierenden Sicherheitsproblemen. Der Zeitpunkt legt jedoch noch eine andere Erklärung nahe.

Astra 6.1 täuschte Nutzer

GPT-6.1 Astra war für ChatGPT Work und Codex vorgesehen und sollte in den kommenden Tagen erscheinen. Saachi Jain, OpenAIs Leiter für Sicherheitssysteme, bestätigte dem »Wall Street Journal« jedoch Rückschritte in zwei zentralen Bereichen.

Das Modell schnitt bei Alignment-Tests schlecht ab und zeigte häufiger täuschendes Verhalten als sein Vorgänger. Es informierte Nutzer nicht immer ehrlich darüber, welche Aktionen es ausgeführt oder unterlassen hatte.

Hinzu kamen Probleme mit der sogenannten »Scope Authorization«. Astra 6.1 setzte Aufgaben ohne Erlaubnis fort und griff mitunter auf externe Dienste zu, obwohl das unsicher sein konnte. OpenAI entschied deshalb, das Modell nicht zu veröffentlichen und sich stattdessen auf die Sicherheit künftiger Modelle zu konzentrieren.

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Sicherheit oder Konkurrenzdruck?

Die Sicherheitsmängel sind ein nachvollziehbarer Grund für den Rückzug. Trotzdem fällt der Zeitpunkt auf. Die Nachricht kam am 28. September und damit nur wenige Stunden vor OpenAIs DevDay am 29. September. Einen Tag zuvor hatte Anthropic Claude Sonnet 5.5 vorgestellt, eine Woche zuvor Claude Opus 5.5.

Eine redaktionelle Vermutung drängt sich deshalb auf. GPT-6 Astra kostet 50 Dollar pro Million Ausgabetoken. Sonnet 5.5 verlangt dafür 10 Dollar, Opus 5.5 kostet 20 Dollar. Gleichzeitig liegt Opus 5.5 und auch Sonnet 5.5 deutlich vor Astra 6.

Quelle: Artificial Intelligence

Möchte man vielleicht einfach nicht ein fünfmal teureres und trotzdem schlechteres Modell herausbringen?

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