Ein Server stürzt ab

KI-Ausverkauf kostet die US-Börse 3,2 Billionen Dollar

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Ein Server stürzt ab

Die Angst vor strengeren Regeln für KI-Rechenzentren hat einen Ausverkauf an der Wall Street ausgelöst. Am 5. November verlor der US-Aktienmarkt laut Financial Times 3,2 Billionen $ an Börsenwert, nachdem die Demokraten die US-Zwischenwahlen deutlich gewonnen hatten.

US-Wähler stellen sich gegen den Rechenzentren-Boom

Bei der Wahl am 3. November eroberten die Demokraten beide Kammern des Kongresses. Auch in wichtigen Bundesstaaten wie Texas und Ohio gewannen Gouverneurskandidaten, die den Bau neuer Rechenzentren stärker einschränken wollen.

In Texas kündigte die künftige Gouverneurin Gina Hinojosa an, Genehmigungen zu verweigern, wenn Projekte den Einwohnern keinen ausreichenden Nutzen bringen oder diese nicht mitreden konnten. Damit geraten Ausbaupläne in einer der wichtigsten Regionen für neue Rechenzentren unter Druck.

Rund drei Viertel der US-Wähler lehnen ein neues Rechenzentrum in ihrer Gemeinde ab. Zu den Sorgen gehören höhere Stromrechnungen, eine überlastete Stromversorgung und der Wasserverbrauch zur Kühlung der Server.

Der Widerstand zeigt sich auch bei lokalen Abstimmungen. In Bloomington im Bundesstaat Illinois sprachen sich rund 78% für eine Empfehlung aus, den Bau großer Rechenzentren vorerst auszusetzen. Diese Abstimmung verpflichtet die Stadt allerdings nicht zu einem Baustopp.

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Nvidia und andere KI-Aktien geraten unter Druck

Anleger fürchten, dass strengere Genehmigungen den KI-Ausbau verzögern und damit das Geschäft der Chiphersteller und Rechenzentrumsbetreiber bremsen. Der Druck trifft eine Branche, in der bereits Zweifel an der Rentabilität hoher KI-Investitionen bestehen und höhere Zinsen die Finanzierung erschweren.

Der technologielastige Nasdaq 100 verlor 6,4%, der breiter aufgestellte S&P 500 gab um 4,4% nach. Nvidia büßte rund 9% ein, AMD rund 17%. Auch auf KI-Rechenleistung spezialisierte Anbieter traf es, darunter CoreWeave mit rund 10% und Nebius mit rund 15% Verlust.

Die Reaktion auf die Wahl fiel damit innerhalb von zwei Handelstagen sehr unterschiedlich aus. Am 4. November hatten die großen US-Aktienindizes noch deutlich zugelegt. Der Ausverkauf am Donnerstag machte diese Gewinne wieder zunichte.

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