Higgsfield hat 18 Monate nach dem Start seiner KI-Videoplattform die Marke von einer Milliarde Dollar beim hochgerechneten Jahresumsatz erreicht. Mehr als 30 Millionen Menschen nutzen das Angebot, darunter viele Geschäftskunden.
Was hinter der Umsatzmilliarde steckt
Die Zahl beschreibt das gegenwärtige Verkaufstempo, keine bereits eingenommene Milliarde. Higgsfield rechnet den Umsatz der jüngsten vier Wochen auf ein Jahr hoch, indem es ihn mit 13 multipliziert. Der Wert kann sich entsprechend schnell ändern.
Der Umsatz aus Verträgen mit Geschäftskunden hat sich seit Juni verzehnfacht, sagte Firmenchef Alex Mashrabov gegenüber Bloomberg. Schon im August setzten 390 der Fortune-500-Unternehmen die Plattform ein. Damit erstellen Unternehmen z.B. verschiedene Versionen von Werbeclips.
Vom Videoexperiment zum Milliardenunternehmen
Mashrabov, früher Leiter für generative KI bei Snap, gründete Higgsfield 2023 mit Yerzat Dulat. Die erste Video-App richtete sich an Endnutzer, von denen aber zu wenige zahlten. Daraufhin rückten professionelle Videomacher und Marketingteams in den Mittelpunkt.
Die 2025 gestartete Plattform machte Kamerabewegungen und Effekte in KI-Videos leicht steuerbar. Später bündelte Higgsfield auch Modelle anderer Anbieter und baute seine Angebote für Werbung aus. Im Januar 2026 meldete die Firma 200 Millionen Dollar hochgerechneten Jahresumsatz, im August bereits 700 Millionen.
Im August sammelte Higgsfield 400 Millionen Dollar ein und wurde dabei mit 5,4 Milliarden Dollar bewertet.
Aufmerksamkeit um jeden Preis?
Beim schnellen Wachstum half auch eine aggressive, teils fragwürdige Vermarktung. Higgsfield bezahlte Influencer für Beiträge und startete Aktionen, die in sozialen Netzwerken viel Aufmerksamkeit erzeugten.
So gab es Berichte über rassistische Clips, die Higgsfield an Videomacher verschickte oder einen Beitrag, in dem das Unternehmen mit dem Ende von Kreativjobs prahlte. Higgsfield räumte Fehler ein.
Die steigenden Vertragsumsätze mit Unternehmen zeigen zugleich, dass aus der Aufmerksamkeit ein Geschäft mit zahlenden Kunden geworden ist.

