Der Weltraum, unendliche Weiten

Google schickt erstmals KI-Chips ins All

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Der Weltraum, unendliche Weiten

Im Rahmen von Project Suncatcher schickt Google erstmals seine KI-Chips an Bord eines Testsatelliten ins All. Der Satellit soll kommende Woche mit einer SpaceX-Mission starten. Der Test soll zeigen ob Googles Tensor Processing Units (TPUs) nach dem Start im Erdorbit funktionieren.

Google und Planet haben den Testsatelliten entwickelt. Er fliegt bei SpaceXs Mitflugmission Transporter-18 mit. Dabei soll sich zeigen, wie die Chips an Bord auf Vibrationen, Strahlung und Temperaturschwankungen reagieren. Ein KI-Rechenzentrum entsteht noch nicht.

KI-Hardware unter Weltraumbedingungen

Am Boden hat Google den Testsatelliten auf drei Achsen durchgeschüttelt, um die Belastungen beim Start nachzustellen. Einzelne Bauteile wie die TPUs können dabei Kräften vom 50- bis 100-Fachen der Erdschwerkraft ausgesetzt sein. Der Satellit mit den Chips an Bord überstand den Test.

Auch Strahlung ist ein Problem für Elektronik. Google setzte Trillium-TPUs während laufender KI-Berechnungen einem Protonenstrahl aus und beobachtete mögliche Fehler. Die Chips hielten einer Gesamtdosis stand, die über der erwarteten Belastung einer fünfjährigen Weltraummission liegt. Ob sie im Orbit ebenso zuverlässig arbeiten, soll der Flug zeigen.

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Kühlung und Laser bleiben offene Aufgaben

Im Vakuum fehlt die Luft, die Wärme von den Prozessoren abführen könnte. Google erprobt deshalb eine Kühlung mit Wärmerohren und Radiatoren. Tests in einer Vakuumkammer liefen bereits, nun folgt die Prüfung im All.

Langfristig plant Google Gruppen von Satelliten, die jeweils Dutzende TPUs tragen. Laser sollen die Satelliten für gemeinsame KI-Berechnungen verbinden. Dazu müssen sie ihre Position zueinander ständig kennen und trotz ihrer Bewegung eine sehr schnelle Verbindung halten. Einen Versuch mit zwei verbundenen Satelliten plant Google für 2027.

Der Reiz des Konzepts liegt in der Energieversorgung: In einer niedrigen Erdumlaufbahn können Solarmodule laut Google bis zu achtmal mehr Strom liefern als auf der Erde. Bis daraus eine nutzbare Infrastruktur wird, muss das Unternehmen zunächst die Technik im Weltraum erproben.

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