Ein Mitarbeiter vor Bildschirmen

Claude findet in Viren eine bislang übersehene DNA-Struktur

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Ein Mitarbeiter vor Bildschirmen

Claude hat in großen DNA-Datenbanken ein bisher nicht beschriebenes Enzymsystem aufgespürt. Es kommt vor allem in Viren vor, die Bakterien befallen, und enthält regelmäßig wiederkehrende DNA-Abschnitte. Deren Anordnung erinnert an CRISPR. Ob das neue System ähnlich funktioniert oder sich für die Genbearbeitung eignet, ist noch unbekannt.

Eine bekannte Enzymfamilie, ein übersehenes Muster

Im Zentrum steht eine Reverse Transkriptase. Solche Enzyme können RNA in DNA umschreiben. Das betreffende Enzym war aus früheren Arbeiten bereits bekannt. Claude entdeckte jedoch in seiner Nähe eine lange Reihe von DNA-Wiederholungen sowie ein weiteres Gen, dessen Funktion unklar ist. Diese Kombination beschreibt Anthropic nun als neues System mit dem Namen »Array-associated Reverse Transcriptases«, kurz ART.

Für die Suche setzte das KI-Unternehmen rund 950 Claude-Agenten ein. Sie durchforsteten innerhalb von 21 Stunden mehr als 200.000 Reverse Transkriptasen, wählten etwa 3.500 mögliche neue Systeme aus und untersuchten 20 Kandidaten genauer. Dabei fiel einem Agenten das Wiederholungsmuster neben einem ungewöhnlichen Enzym auf. Die Forscher hatten die Suche angestoßen, überließen die Auswertung und Auswahl der Kandidaten aber den Agenten.

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Laborversuche zeigen kurze RNA-Moleküle

Im Labor prüfte das Forschungsteam anschließend den Fund. Erste Versuche zeigen, dass aus der ART-Region mehrere unterschiedliche kurze RNA-Moleküle entstehen. Bei CRISPR gehören solche RNA-Moleküle zu einem System, das bestimmte DNA-Sequenzen erkennen kann. Aus der Ähnlichkeit der Muster lässt sich für ART bislang aber weder dieselbe Funktion noch eine konkrete Anwendung ableiten.

Anthropic hat für solche Untersuchungen eine eigene Forschungsgruppe mit Labor gegründet. Die Experimente führen Menschen aus, während Claude DNA-Daten durchsucht und mögliche Funktionen vorschlägt. Wie ART tatsächlich arbeitet, wollen die Forscher in weiteren Versuchen klären. Die bisherigen Ergebnisse haben sie als Preprint veröffentlicht.

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