Bill Gates fordert den US-Kongress auf, der KI-Branche verbindliche Regeln zu setzen. Der Microsoft-Mitbegründer warnt insbesondere davor, welche Macht moderne KI Menschen mit böswilligen Absichten verleiht. Freiwillige Selbstkontrolle der Unternehmen reicht ihm deshalb nicht aus.
Gates verlangt staatliche Aufsicht
Laut einem Interview mit NBC News, sieht Gates in der Verbindung aus gefährlichen Akteuren und fortgeschrittener KI eine bislang beispiellose Bedrohung. Die Politik müsse eingreifen und Einfluss darauf nehmen, wie sich die Technologie weiterentwickelt.
In einem ausführlichen Aufsatz auf seiner Webseite beschreibt Gates, wie eine solche Aufsicht aussehen könnte. Nationale Stellen müssten Risiken über die Grenzen einzelner Behörden hinweg erfassen. Parallel fordert er eine internationale Organisation, für die unter anderem Atomwaffeninspektionen und Regeln für die Luftfahrt als Vorbilder dienen könnten.
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Missbrauch reicht bis zur Raketensoftware
Wie konkret die Sicherheitsfragen inzwischen sind, zeigen einige Berichte der vergangen Monate. Anthropic berichtete von Versuchen der Huthi-Bewegung, Claude für die Entwicklung von Navigationssoftware für ballistische Raketen einzusetzen. Ob daraus funktionsfähige Raketensoftware entstand, bleibt offen.
In Australien wurde zudem ein öffentliches Gesundheitssystem mithilfe eines OpenAI-Agenten kompromittiert. Der Vorfall blieb monatelang ungemeldet. Premierminister Anthony Albanese kritisierte das als inakzeptabel.
Politisch trifft Gates mit seiner Forderung auf Widerstand. US-Präsident Donald Trump weist eine staatliche KI-Aufsicht zurück. Die Chefs von OpenAI und Anthropic, Sam Altman und Dario Amodei, warben dagegen vor dem UN-Sicherheitsrat für internationale Sicherheitsstandards.
Manche Arbeit soll Menschen vorbehalten bleiben
Gates beschäftigt auch die Frage, welche Aufgaben trotz wachsender Automatisierung bei Menschen bleiben sollten. In seinem Aufsatz schlägt er vor, bestimmte Tätigkeiten bewusst für Menschen zu reservieren. Als Beispiel nennt er die Betreuung seines an Alzheimer erkrankten Vaters durch professionelle Pfleger. Wer solche Grenzen festlegt und wie sie durchgesetzt werden, ist dabei noch ungeklärt.
