Das Ende von ChatGPT schon 2026?
OpenAI konnte alles besser, jetzt ist das Unternehmen nur noch Mittelmaß. Eine Analyse rund um GPT-5.2, Sora und Agenten!

Noch vor zwei Jahren jagte die ganze Welt OpenAI. Mit GPT-4o hatte das Unternehmen einen scheinbar uneinholbaren Vorsprung. Doch der Blick auf den Februar 2026 ist ernüchternd: Die neuen Modelle sind Mittelmaß, wichtige Projekte werden eingestellt und die Konkurrenz zieht technisch vorbei. OpenAI ist damit zum ersten Mal der Jäger.
Der Absturz im Benchmark
Wer sich an die Zeit von GPT-4o erinnert, denkt an Dominanz. OpenAI diktierte das Tempo, jeder Release war eine Sensation. Man hatte das Gefühl, Sam Altman könnte jederzeit den nächsten "Gamechanger" aus dem Hut zaubern. Dieses Gefühl ist verflogen.
Die Realität im Jahr 2026 lässt sich in harten Zahlen ausdrücken, und die sind für den einstigen Marktführer erschreckend. Im Bereich "Writing", der Paradedisziplin eines Sprachmodells, rangiert das aktuelle Flaggschiff GPT-5.2 auf den gängigen Leaderboards nur noch auf Platz 20. Was früher der Goldstandard für Texte war, ist heute graues Mittelmaß.
Quelle: arena.ai
Auch beim Programmieren, lange eine Festung von ChatGPT, bröckelt die Fassade. GPT-5.2 liegt hier nur noch auf Rang 2. Das mag auf den ersten Blick solide wirken, ist aber für den Anspruch des Marktführers zu wenig. Entwickler greifen längst lieber zur Konkurrenz von Anthropic, die zuverlässigeren Code liefert. OpenAI läuft technisch hinterher und wirkt dabei seltsam ideenlos. Alle warten zwar auf GPT-5.3, doch die Hoffnung auf einen echten Qualitätssprung ist in der Szene längst der Skepsis gewichen.
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Baustellen statt Produkte: Sora und der Agent
Noch deutlicher wird die Stagnation bei den Spezial-Anwendungen. Die Video-Plattform Sora, einst mit spektakulären Demos angekündigt, ist fast komplett aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden. Sora 2 ist zwar verfügbar und qualitativ in Ordnung, aber es ist nicht mehr das beste Modell am Markt. Hinzu kommen enorme Kosten, die das Tool für die breite Masse und selbst für viele Profis uninteressant machen.
Ein weiteres Prestige-Projekt steht sogar vor dem Aus: Der "ChatGPT Agent". Er sollte als autonomer Assistent unseren digitalen Alltag regeln. Doch mangels Nutzen und Zuverlässigkeit steht der Dienst laut internen Quellen kurz vor der Einstellung.
Der einzige Lichtblick bleibt die Bildgenerierung. Das Modell GPT-1.5 spielt qualitativ noch in der ersten Liga mit und liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Googles "Nano Banana Pro". Doch ein gutes Bild-Modell reicht nicht, um ein ganzes Ökosystem zu tragen.
Stargate: Ein teures Wagnis ohne Top-Modell
Diese technologische Schwäche bringt OpenAI in ein strategisches Dilemma. Das Unternehmen plant mit dem Projekt "Stargate" eine Infrastruktur der Superlative. Rechenzentren für hunderte Milliarden Dollar sollen entstehen.
Doch solche astronomischen Ausgaben lassen sich nur rechtfertigen, wenn man am Ende auch das beste Produkt verkauft. Ein 500-Milliarden-Dollar-Rechenzentrum für ein Modell zu bauen, das beim Schreiben nur auf Platz 20 landet, ist wirtschaftlich kaum darstellbar. Man verbrennt Geld für Hubraum, hat aber momentan nicht den passenden Motor dafür.
Die Nutzer spüren das. Die Konvertierungsrate zu den teuren Bezahl-Abos stagniert. Viele verwenden weiterhin die kostenlose Basis-Version, weil der Mehrwert der Pro-Modelle schlicht nicht mehr sichtbar ist. Das führt zu massiven operativen Verlusten, die das Unternehmen belasten.
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2026 wird das Jahr von Google
Während OpenAI strauchelt, bringt sich ein anderer Gigant in Stellung. Alles deutet darauf hin, dass 2026 das Jahr von Google wird. Der Suchmaschinen-Riese wirkt sortiert wie lange nicht mehr.
Das Chaos der Anfangsjahre ist einer klaren Strategie gewichen. Mit den Ressourcen (Geld und Personal!) von DeepMind und einer nahtlosen Integration in das eigene Ökosystem wirkt Gemini aktuell wie das rundere Produkt. Google hat die Rechenpower, die Daten und mittlerweile auch die besseren Modelle. Sie wirken seriös, liefern verlässlich und haben das Momentum auf ihrer Seite. OpenAI muss aufpassen, in diesem Jahr nicht endgültig zur Nummer zwei degradiert zu werden.
