Anthropic überrascht als erstes KI-Unternehmen mit Gewinn
Der Claude-Entwickler schreibt schwarze Zahlen und erwartet hohe Gewinne durch neue KI-Modelle.

Der KI-Entwickler Anthropic steuert im zweiten Quartal 2026 auf den ersten operativen Gewinn seiner Geschichte zu. Ein Umsatzsprung von 130 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar treibt das Unternehmen überraschend früh in die schwarzen Zahlen.
Enormes Wachstum durch autonome KI-Modelle
Angetrieben wird diese Entwicklung durch eine starke Nachfrage nach spezialisierten Coding-Tools. Unternehmen setzen vermehrt auf die sogenannten agentischen Fähigkeiten des KI-Modells Claude, das komplexe Aufgaben über längere Zeiträume hinweg eigenständig löst. Diese intensive Nutzung führte stellenweise zu Engpässen bei den Kapazitäten, weshalb neue Verträge für Rechenzentren unter anderem mit SpaceX vereinbart wurden.
Die hohe Nachfrage übertrifft die internen Prognosen der Unternehmensführung deutlich. Noch im vergangenen Sommer kalkulierte das Management mit Verlusten bis zum Jahr 2028. Für das im Juni endende Quartal wird nun jedoch ein operativer Gewinn von 559 Millionen Dollar erwartet. Damit wächst das Unternehmen in dieser Phase schneller als historische Vorbilder wie Google oder Facebook vor ihren Börsengängen.
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Effizienzsteigerung und steigende Token-Preise
Parallel zum Umsatzwachstum verbesserte sich die Effizienz bei den internen Betriebskosten. Gab Anthropic im ersten Quartal noch 71 Cent pro eingenommenem Dollar für Rechenleistung aus, sinkt dieser Wert im laufenden Vierteljahr auf 56 Cent, da strategische Partnerschaften mit Google und Amazon genutzt werden.
Amodei beschrieb das Wachstum auf der Claude Entwicklerkonferenz übrigens scherzhaft als »just crazy« und »too hard to handle« und fügte hinzu, er hoffe auf »more normal growth«. Gespannt darf man jetzt sein, ob das ein dauerhafter Zustand sein wird und ob andere KI-Unternehmen dem folgen können.