Roblox bringt KI-Spieleentwicklung aufs Smartphone
Nutzer können eigene Welten bald per Textbefehl erstellen. Das neue Feature »Build« senkt die Einstiegshürde drastisch.

Roblox integriert eine neue KI-Funktion in seine mobile App, die aus einfachen Textbeschreibungen direkt spielbare Welten generiert. Mit »Build« übersetzt der Plattformbetreiber simple Eingaben in grundlegende Spielelemente und senkt die technische Hürde für Nutzer ohne Programmierkenntnisse.
Erstellen, verändern und teilen
Wer beispielsweise ein Abenteuerspiel in einem dichten Wald entwerfen möchte, tippt diesen Wunsch auf dem Smartphone ein. »Build« liefert daraufhin eine erste Version, die sich anschließend manuell verändern und mit anderen teilen lässt. Die Funktion übernimmt dabei laut Unternehmensangaben die Spielmechaniken, Landschaften, Charaktere und den passenden Sound. Roblox greift für diese Prozesse auf eine Kombination aus quelloffenen und eigenen KI-Modellen zurück.
Der öffentliche Alpha-Test beginnt am 28. Juli in Neuseeland. Er steht dort altersverifizierten Nutzern ab neun Jahren offen. Wer 16 Jahre oder älter ist, darf seine Kreationen weltweit veröffentlichen. Neben einer kostenfreien Grundversion von »Build« sind für die Zukunft zudem Bezahloptionen geplant.
Anzeige
Entwickler haben Angst
Unter etablierten Entwicklern sorgt der Ansatz für Kritik. Sie befürchten, dass die niedrigeren Hürden die Plattform mit schnell produzierten, repetitiven Inhalten fluten und den Wettbewerb für klassisch erstellte Spiele ungleich erhöhen. Eine aktuelle Umfrage der Game Developer Conference untermauert diese Haltung: 52 Prozent der befragten Branchenvertreter gaben dort an, dass sich generative KI negativ auf ihren Markt auswirkt.
Roblox begegnet diesen Bedenken mit einem Verweis auf sein bestehendes Ranking-System. Die Plattform bewertet Titel weiterhin primär nach der Verweildauer der Spieler. Findet ein KI-generiertes Spiel keine Nutzer, wird es unabhängig von seiner Herkunft nicht prominent auf der Startseite ausgespielt.
In den kommenden Monaten plant das Unternehmen zusätzliche KI-Agenten, die Schöpfer bei der Fehleranalyse und Spieldaten-Auswertung unterstützen sollen. Gleichzeitig trennt sich Roblox von weniger erfolgreichen Projekten und stellt die 2023 eingeführte Avatar-basierte Videoanruf-Funktion »Roblox Connect« in Kürze wieder ein.