Südkorea verschenkt KI an alle Bürger
Die Regierung plant einen kostenlosen staatlichen Chatbot für den Alltag. Das soll die Technikkluft im Land schließen.

Südkorea macht künstliche Intelligenz zur staatlichen Infrastruktur. Ein neues Regierungsprojekt soll künftig allen Einwohnern kostenlosen und unbegrenzten Zugang zu Chatbots und digitalen Assistenten bieten, um die gesellschaftliche Technikkluft im Alltag gezielt zu schließen.
Staatliche Förderung für heimische Entwickler
Das südkoreanische Ministerium für Wissenschaft und IKT sucht bis Mitte August nach Betreibern für das Projekt »AI for Everyone«. Zwei bis drei private Unternehmen sollen den Zuschlag erhalten. Ein erster Dienst startet voraussichtlich Ende des Jahres, nachdem im September die offizielle Testphase anläuft.
Um die heimische Branche zu stärken, verlangt die Regierung den Einsatz südkoreanischer KI-Modelle für mindestens die Hälfte des Systems. Als Anschubfinanzierung erhalten die ausgewählten Firmen 512 Nvidia-B200-Grafikprozessoren. Ab 2027 beteiligt sich der Staat an den laufenden Serverkosten, erwartet im Gegenzug aber auch eigene Investitionen der Unternehmen.
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Digitaler Assistent für Behördengänge
Das geplante Angebot umfasst einen universellen Chatbot sowie einen spezialisierten Verwaltungsassistenten. Dieser sucht gezielt nach staatlichen Hilfen für den jeweiligen Nutzer, verschickt Benachrichtigungen und hilft direkt beim Ausfüllen der Anträge.
Hintergrund der Initiative ist die ungleiche Nutzung neuer Technologien. Bislang haben laut Erhebungen nur 31,9 Prozent der älteren oder einkommensschwachen Menschen in Südkorea Erfahrung mit solchen Diensten gesammelt. In der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil bereits bei 59,4 Prozent.
Wissenschaftsminister Bae Kyung-hoon bezeichnet den neuen Dienst daher als »Taschenrechner und Computer des KI-Zeitalters«. Ab 2027 baut der Staat das System schrittweise zu einem persönlichen Agenten für jeden Bürger aus.