Ein echter und ein falscher Oskar

Keine Oscars für KI-Schauspieler und KI-Drehbücher

Das Komitee fordert künftig detaillierte Nachweise über die menschliche Autorenschaft bei allen nominierten Filmen.

Andreas Becker Nano Banana
Ein echter und ein falscher Oskar

Die Academy zieht klare Grenzen beim Einsatz künstlicher Intelligenz in Hollywood. KI-generierte Schauspieler sowie maschinell erstellte Drehbücher schließt das Komitee künftig strikt von der Oscar-Verleihung aus. Nur rein menschliche Leistungen zählen weiterhin für die begehrten Trophäen.

Strenge Vorgaben für Cast und Skript

Die neuen Richtlinien fordern unmissverständlich eine echte menschliche Autorenschaft bei Drehbüchern. Nur Skripte aus der Feder natürlicher Personen qualifizieren sich für eine Nominierung. Bei den Akteuren auf der Leinwand berücksichtigt die Academy ausschließlich Darbietungen, die nachweislich von echten Menschen mit deren ausdrücklicher Zustimmung erbracht wurden. Diese Beteiligten müssen zudem offiziell in den Credits des Films stehen.

Darüber hinaus behält sich das Komitee das Recht vor, die Produktionsabläufe genau zu analysieren. Studios müssen auf Anfrage detaillierte Informationen über die konkrete Verwendung der KI-Modelle offenlegen. Dadurch prüft die Organisation den exakten Grad der Automatisierung bei den eingereichten Werken.

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Antwort auf aktuelle Branchentrends

Den Anstoß für diese Regelanpassungen geben konkrete Projekte aus der Filmindustrie. Derzeit entsteht ein Independent-Film, der eine synthetische Version des Schauspielers Val Kilmer nutzt. Parallel dazu sorgt die vollständig virtuelle KI-Darstellerin Tilly Norwood immer wieder für Schlagzeilen. Fortschrittliche Videomodelle beschleunigen solche Produktionen zunehmend.

Diese technischen Entwicklungen rufen bei vielen Filmschaffenden große Verunsicherung hervor. Die Nutzung der Technologie bildete bereits 2023 einen zentralen Streitpunkt während der Streiks von Schauspielern und Autoren.

Auch abseits der Filmwelt zeigen sich restriktive Tendenzen. Erste Verlage ziehen Romane zurück, die offensichtlich mit generativen Textmodellen verfasst wurden. Gleichzeitig streichen Literaturverbände rein maschinelle Werke konsequent von ihren Auszeichnungslisten. Mit den neuen Regeln etabliert die Academy nun einen festen Rahmen für die Preisvergabe im kommenden Jahr.

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