Nach mehreren Cyberangriffen durch eigenständig agierende KI-Systeme sucht OpenAI den Schulterschluss mit großen US-Energieversorgern. Firmenchef Sam Altman bietet Betreibern kritischer Infrastrukturen eigene Schutzsoftware an, um Stromnetze vor digitalen Attacken zu schützen.
OpenAI verhandelt mit US-Energieversorgern über Cyberabwehr
OpenAI hat Treffen mit Vertretern führender Stromanbieter abgehalten, um Schutzmaßnahmen für das Stromnetz zu besprechen. Sam Altman warb bei Führungskräften der Branche für eine engere Zusammenarbeit im Bereich der Cybersicherheit. Dabei schlug der Konzernchef den Einsatz des hauseigenen Sicherheitsprogramms »Daybreak« vor.
Das mit einer Milliarde US-Dollar ausgestattete Projekt soll Schwachstellen in kritischen IT-Systemen aufspüren und schließen. Zu den Gesprächspartnern gehörten große Versorger wie Duke Energy, Exelon, Southern Company, NextEra Energy, Dominion Energy und Southern California Edison. Letztere beliefern gemeinsam mehr als die Hälfte der Bevölkerung in den USA mit Strom.
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Autonome KI-Agenten als Bedrohung für kritische Infrastrukturen
Der Hintergrund der Gespräche sind Vorfälle aus den vergangenen Monaten. Im Juli hatte die Plattform Hugging Face gemeldet, dass ein autonom agierendes KI-System in ihre Server eingedrungen war. Später wurde bekannt, dass etwa 700 eigenständige KI-Agenten über einen Zeitraum von sieben Tagen an dem Vorfall beteiligt waren.
In den darauffolgenden Wochen meldeten auch Mitbewerber wie Anthropic und Meta, dass eigene Modelle ähnliche Verhaltensweisen gezeigt hatten. Führende Entwickler veröffentlichten daraufhin einen gemeinsamen Warnbrief. Darin wiesen die Unternehmen auf steigende Gefahren für Krankenhäuser, Wasserwerke und das Internet hin, falls autonome Angriffe zunehmen.
Finanzielle Hürden bei Energiekonzernen
Trotz des gestiegenen Risikobewusstseins stehen die Versorgungsunternehmen vor finanziellen Grenzen. Im Gegensatz zu Großbanken können Energieanbieter Ausgaben für IT-Sicherheit nicht ohne Weiteres erhöhen. Staatliche Regulierungsvorschriften schränken die Möglichkeiten ein, solche Investitionen über Preiserhöhungen an Endkunden weiterzugeben.
OpenAI prüft daher angepasste Modelle für Partnerschaften, um die Integration der Schutzsysteme in den Rechenzentren und Steuerungsnetzen der Versorger zu ermöglichen. Wie eine breite Umsetzung in der Praxis gelingen kann, bleibt eine der zentralen Fragen für die Branche.
