Ein Hund schreibt einen Brief

So übernimmt ChatGPT Work jetzt deinen persönlichen Schreibstil

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Ein Hund schreibt einen Brief

OpenAI testet eine neue Funktion für ChatGPT Work. Es analysiert Verläufe aus verknüpften Diensten wie Slack oder Gmail und ahmt den individuellen Schreibstil des Nutzers nach. Manuelle Vorgaben zum Tonfall sind damit hinfällig.

Eigene Worte statt Befehle

ChatGPT Work achtet auf spezifische Eigenheiten des Autors. Es registriert Lieblingsphrasen, individuelle Grußformeln am Ende einer Nachricht und Besonderheiten der Texte. Nach der Einrichtung wendet es diesen Stil automatisch auf neue Texte an.

Quelle: OpenAI

Die Funktion taucht bei ersten Nutzern in den Einstellungen unter dem Menüpunkt Personalisierung auf. Bislang mussten Anwender ChatGPT Work mit langen Anweisungen erklären, wie eine Antwort klingen soll. Dieser Zwischenschritt entfällt nun.

Nutzer verbinden ihre Apps direkt mit ChatGPT Work. Zur Auswahl stehen E-Mail-Dienste wie Outlook und Gmail, Messenger wie Teams und Slack sowie Dokumentenablagen wie Google Drive, Notion und SharePoint. Wer die Konten verknüpft, erspart sich das ständige Wiederholen eigener Präferenzen.

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Training in der Endlosschleife

Der breite Zugriff auf vergangene Unterhaltungen bringt allerdings ein strukturelles Problem mit sich. Viele Menschen nutzen im Berufsalltag längst Textgeneratoren, um E-Mails zu verfassen. Wenn ChatGPT Work nun diese Postfächer scannt, liest es nicht zwingend den echten menschlichen Ausdruck.

Es analysiert im Zweifel die von Chatbots erzeugte Sprache früherer Nachrichten. ChatGPT Work trainiert sich auf diese Weise unbemerkt selbst.

Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die mangelnde Flexibilität. ChatGPT Work erstellt nach dem Scan ein einziges globales Profil für den Nutzer. Ein Berufstätiger kommuniziert im firmeninternen Chat jedoch meist lockerer als in einer offiziellen Nachricht an Geschäftskunden.

Sinnvoller wäre ein Ansatz, bei dem man verschiedene Profile für unterschiedliche Zwecke anlegen kann. Anstatt das gesamte Postfach freizugeben, könnten Anwender dann für jeden Kontext ausgewählte Referenzdokumente hochladen. Der Tonfall ließe sich so weitaus passender steuern.

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