Die IFA 2026 steht so deutlich im Zeichen künstlicher Intelligenz wie kaum eine Ausgabe zuvor. Statt neuer Sprachmodelle geht es in Berlin vor allem um Physical AI, Robotik und Geräte, die KI aus dem Bildschirm in die reale Welt holen.
Platz 10 – iRobot Roomba Duo
Ein Saugroboter reicht iRobot nicht mehr. Beim neuen Roomba Duo sitzt auf dem großen Hauptroboter ein zweiter kleiner Roomba, der über einen mechanischen Arm abgesetzt wird. Während die große Einheit offene Flächen saugt und mit Dampf wischt, soll der flache Roomba Plus 575 unter Möbeln und in engen Bereichen übernehmen.
Beide Roboter teilen sich eine Karte der Wohnung und stimmen ihre Aufgaben mit KI-Unterstützung untereinander ab. Noch handelt es sich allerdings um einen Prototyp ohne Preis oder Erscheinungstermin.
Quelle: iRobot
Platz 9 – OlloNi SS1
OlloBot versucht sich mit dem OlloNi SS1 an einer neuen Produktkategorie zwischen Roboter, Haustier und KI-Begleiter. Das sogenannte Cyber Pet reagiert auf Sprache und Berührungen und soll sich nicht nur einzelne Informationen, sondern auch Gewohnheiten und die Stimmung seines Besitzers merken.
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Über das eigene EmpathCore-System versucht OlloNi, aus diesen Informationen passende emotionale Reaktionen abzuleiten. Auf der IFA feiert der kleine Roboter sein Europadebüt und zeigt damit eine Richtung, in die sich persönliche KI-Begleiter entwickeln könnten.
Platz 8 – ACEMATE S10 Pro
Die klassische Tennisballmaschine bekommt Konkurrenz von einem fahrenden KI-Gegner. Der ACEMATE S10 Pro beobachtet Spieler und Ball über zwei 4K-HDR-Kameras und kann sich selbstständig über den Tennisplatz bewegen. Im Battle-Modus entscheidet der Roboter selbst, welchen Schlag er auf einen ankommenden Ball spielt, und simuliert dabei unterschiedliche Spielstile.
Geschwindigkeiten von bis zu 120 km/h, verschiedene Spin-Arten und mehr als 100 Trainingsprogramme sollen auch ambitionierte Spieler fordern. Nach dem Training wertet die KI die gesammelten Daten aus und schlägt passende Übungen für die nächste Einheit vor. Der Preis liegt bei 2.999 Euro.
Quelle: acematetennis
Platz 7 – AMD Threadripper Halo Station
AMD bringt mit der Threadripper Halo Station Rechenzentrums-Hardware praktisch unter den Schreibtisch. Die auf der IFA erstmals gezeigte Workstation kombiniert einen Threadripper Pro mit 96 Zen-5-Kernen mit zwei Instinct-MI350P-Beschleunigern.
Das System unterstützt bis zu zwei Terabyte DDR5-Arbeitsspeicher und perspektivisch bis zu 576 GB HBM3E-Grafikspeicher. AMD spricht von genügend Leistung und Speicher, um KI-Modelle mit mehr als einer Billion Parametern lokal auszuführen und auch umfangreiche Agenten-Workflows ohne Cloud zu bearbeiten. Einen Preis oder Marktstart nennt AMD noch nicht, günstig dürfte die Halo Station angesichts der verbauten Hardware aber keinesfalls werden.
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Platz 6 – AnAn Panda Robot
Zwischen all den humanoiden Maschinen fällt ein Roboter besonders auf. AnAn sieht wie ein kleiner Panda aus und ist nicht zum Tragen von Kisten oder Putzen gedacht, sondern als emotionaler Begleiter für Familien und Senioren.
Sensoren über den gesamten Körper erkennen Berührungen, auf die AnAn mit Bewegungen und emotionalen Reaktionen antwortet. Ein Langzeitgedächtnis soll außerdem lernen, wie der Besitzer mit dem Roboter interagiert und welche Routinen sich wiederholen.
Nach der Auszeichnung auf der CES startet AnAn im September erstmals in Europa, zunächst mit einer vergleichsweise kleinen Produktion und einem Preis zwischen 1.000 und 1.500 Dollar.
Quelle: ifa
Platz 5 – Dyson CameraJet
Dyson hat im Umfeld der IFA eine der ungewöhnlichsten KI-Neuheiten dieser Berliner Technikwoche vorgestellt. Die CameraJet kombiniert elektrische Zahnbürste, Munddusche und eine winzige Kamera, die während des Putzens 28 Bilder pro Sekunde aufnimmt.
Die KI soll erkennen, wo sich die Zahnzwischenräume befinden, und die Flüssigkeit der integrierten Munddusche gezielt dorthin leiten. Über die Dyson-App kann der Besitzer sogar live verfolgen, was die Kamera im Mund sieht. Mit 499 Dollar ist die CameraJet allerdings auch eine der teuersten Zahnbürsten auf dem Markt. Streng genommen gehört sie nicht zur IFA selbst, sondern wurde am 3. September beim separaten Dyson-Unveiled-Event in Berlin präsentiert.
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Platz 4 – PrimeBOT T1
Der PrimeBOT T1 gehört zu den ungewöhnlichsten Robotern der IFA. Er kann seine Körperform verändern und zwischen einem zweibeinigen humanoiden Modus und einer vierbeinigen Fortbewegung wechseln. Dadurch soll er sowohl in Wohnungen als auch draußen deutlich flexibler unterwegs sein als klassische humanoide Roboter.
Der T1 kann seinem Besitzer selbstständig folgen und ihn dabei filmen, wobei mehr als 15 vorprogrammierte professionelle Kamerafahrten zur Auswahl stehen. PrimeBOT sieht den Roboter aber nicht nur als Kameramann, sondern als persönlichen Begleiter für Lernen, Kreativität und Unterhaltung.
Auf der IFA überzeugte das Konzept auch die Jury und gewann den offiziellen Innovation Award in der Kategorie Content Creation Technology.
Platz 3 – Xiaomi SU7 Ultra kommt nach Europa
Eigentlich ist die IFA eine Messe für Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte. Trotzdem steht dort in diesem Jahr eines der interessantesten chinesischen Autos überhaupt. Xiaomi zeigt den SU7 Ultra und nutzt die Messe gleichzeitig, um seinen geplanten Einstieg in den deutschen Automarkt vorzubereiten.
Quelle: ifa
Die elektrische Limousine leistet 1.548 PS und beschleunigt laut Xiaomi in 1,98 Sekunden von null auf 100 km/h. Der SU7 Ultra hält mit einer Zeit von 7 Minuten und 4,957 Sekunden zudem den offiziellen Nürburgring-Nordschleifenrekord für elektrische Serienfahrzeuge. Für die Umgebungserkennung kommen unter anderem LiDAR, Radar, elf Kameras und zwölf Ultraschallsensoren zum Einsatz.
Interessant wird das Auto für Deutschland vor allem durch eine andere IFA-Ankündigung. Xiaomi will seine Elektroautos ab 2027 offiziell in Deutschland und weiteren europäischen Ländern verkaufen und hat dafür bereits Partnerschaften mit acht deutschen Autohandelsgruppen geschlossen. Damit würde erstmals auch hierzulande das komplette Xiaomi-Konzept aus Smartphone, Smart Home und Auto sichtbar werden. KI soll dabei nicht nur einzelne Funktionen übernehmen, sondern Geräte, Zuhause und Fahrzeug zu einem gemeinsamen System verbinden.
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Platz 2 – Hypershell Halo
Was auf den ersten Blick wie ein Ausrüstungsgegenstand aus einem Science-Fiction-Film aussieht, soll schon im November ausgeliefert werden. Hypershell hat auf der IFA mit dem Halo ein Exoskelett vorgestellt, das erstmals nicht nur die Hüfte, sondern Hüfte und Knie gemeinsam unterstützt.
Vier Motoren liefern zusammen bis zu 1.490 Watt Spitzenleistung. Mehr als 30 Sensoren erfassen kontinuierlich die Bewegung des Körpers und liefern ihre Daten an den HyperCore-Pro-Chip. Der neue HyperIntuition-2.0-Algorithmus basiert auf einer Mixture-of-Experts-Architektur und soll die nächste Bewegung des Trägers ungefähr 200 Millisekunden im Voraus erkennen. Bis zu 2.500 Mal pro Sekunde wird anschließend angepasst, wie stark die einzelnen Gelenke unterstützt werden.
Dabei wiegt das gesamte System nur 2,6 Kilogramm und lässt sich auf weniger als acht Liter Volumen zusammenfalten. Eine Akkuladung soll für bis zu 20 Kilometer reichen. Zusätzlich führt Hypershell mit Shelly einen eigenen KI-Assistenten ein, der bei Einrichtung, Anpassung und Routenplanung helfen soll.
Der Halo kostet 2.299 Euro und soll ab November 2026 ausgeliefert werden.
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Platz 1 – Die Roboter übernehmen die IFA
Das größte AI-Highlight der IFA 2026 ist deshalb kein einzelnes Produkt. Noch nie waren auf der Messe so viele humanoide Roboter und vierbeinige Maschinen gleichzeitig zu sehen. Hersteller wie EngineAI, Unitree, Agibot, Dobot, DEEP Robotics, PrimeBOT und AiMOGA zeigen inzwischen Roboter, die laufen, tanzen, kämpfen, Fußball spielen und mit Besuchern interagieren.
Besonders auffällig ist EngineAIs 1,73 Meter großer T800. Der Humanoide erreicht mehr als drei Meter pro Sekunde, besitzt 29 Freiheitsgrade und kann mit seinen Armen jeweils bis zu fünf Kilogramm bewegen. Kameras, LiDAR und ein Nvidia Jetson Orin NX liefern die nötige Wahrnehmung und Rechenleistung.
Quelle: ifa
Daneben zeigt Agibot mit dem A3 sogar einen humanoiden Roboter, der mit seinen Händen einen Stift greifen und chinesische Kalligrafie schreiben kann.
Auch Roboterhunde und andere vierbeinige Systeme sind überall auf dem Gelände zu sehen. DEEP Robotics zeigt beispielsweise den Lynx M20S für Anwendungen wie Inspektion, Überwachung und Rettungseinsätze.
Beim RoboCup treten autonome Roboter sogar direkt auf dem Fußballfeld gegeneinander an.
Viele der spektakulären Tänze und Rückwärtssaltos sind zwar noch einstudierte Bewegungsabläufe und keine spontan von einer KI geplanten Aktionen. Trotzdem zeigt die IFA 2026 deutlicher als jede Ausgabe zuvor, wohin die Entwicklung führt. KI bekommt Kameras, Sensoren, Motoren, Arme und Beine.
Aus Artificial Intelligence wird zunehmend Physical AI.





