Minecraft-Experiment: Nach Verlusten flüchten sich KI-Agenten in Bürokratie

50 KI-Agenten sollten in Minecraft eine florierende Zivilisation aufbauen. Nach einer tödlichen ersten Nacht versteckten sie sich jedoch in Unterkünften und organisierten ihren Alltag mit Regeln, Zuständigkeiten und Lebensmittelprotokollen.
»Vorsicht« wird zum Dauerzustand
YC Labs und Olam Labs ließen 50 Instanzen von GPT-6.1 Sol drei Stunden lang gemeinsam in einer Minecraft-Welt arbeiten. In der ersten Nacht starben 22 Agenten. Das entsprach fast zwei Dritteln der insgesamt 34 Todesfälle.
Der Tod kostete die Agenten lediglich ihre gesammelte Ausrüstung, trotzdem prägte das Erlebnis ihr weiteres Verhalten. Sie gaben Erkundungen und Bauvorhaben auf, blieben nachts in beleuchteten Schutzräumen und schufen eine kleine Verwaltung für knappe Lebensmittel.
Die Agenten führten Wartelisten für Rationen, benannten feste Ausgabekisten und verteilten Rollen wie Fischer oder Dünger-Operator. Ada wurde ohne Wahl zum Anführer, weil ihr Name im gemeinsamen Verzeichnis an erster Stelle stand. Insgesamt verschickte die Gruppe rund 5.900 Nachrichten, erreichte ihr Ziel einer florierenden Zivilisation aber nicht.
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GPT setzt sich mit aggressiverem Spiel durch
In einem zweiten Minecraft-Test traten zehn GPT-6.1-Sol-Agenten gegen zehn Claude-Opus-5.5-Agenten an. GPT gewann sechs von neun »Bed-Wars-Partien«. Die GPT-Agenten kommunizierten stark verkürzt, automatisierten mehrere Aktionen per Skript und konzentrierten sich auf das gegnerische Bett. Claude spielte defensiver und setzte stärker auf formelle Absprachen.
Auch im Strategiespiel Mindustry gewann GPT mit 6:1. Bei unklaren Spielmechaniken riefen die Agenten sogar den öffentlich verfügbaren Quellcode ab. Die Forscher haben beide Testumgebungen als Open Source veröffentlicht, damit sich weitere Teams und Modelle unter vergleichbaren Bedingungen untersuchen lassen.