In der Community auf X wird er für großzügig zurückgesetzte Nutzungslimits gefeiert. Thibault Sottiaux verantwortet bei OpenAI jedoch die Kernprodukte rund um ChatGPT und Codex. In einem Podcast spricht er nun über seinen legendären Reset-Button und die nächsten Schritte des Unternehmens.
Der Button ist echt
Sottiaux bestätigt im Interview ein beliebtes Gerücht: Es gibt tatsächlich einen physischen Reset-Knopf. Die Aktion begann ursprünglich als simple Entschädigung. Wenn OpenAI bei Updates etwas kaputtmachte oder falsch konfigurierte, bekamen betroffene Nutzer ihre Limits zurück.
Inzwischen nutzt Sottiaux den Knopf auch, um besondere Momente und neue Funktionen zu feiern. Er müsse sich dafür weder mit der Marketingabteilung noch mit der Finanzplanung abstimmen. Er könne den Knopf einfach drücken, wenn es sich richtig anfühle.
Sottiaux gibt sich im Gespräch nahbar und teilt auch persönliche Details. So erzählt er, dass er selbst ADHS habe und das ständige Wechseln zwischen unzähligen parallelen Aufgaben sehr schätze. Auch das digitale Haustier-Feature »Pets« feiert er als kleines Detail, das ihm im oft hektischen Alltag täglich Freude bereite.
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Codex und ChatGPT verschmelzen
Das eigentliche Ziel seiner Arbeit benennt Sottiaux im Verlauf des Interviews ganz klar als »personal AGI«. Die klassische Trennung zwischen dem Entwickler-Tool Codex und dem Chatbot für Endkunden verschwindet. Die Systeme wachsen zu einem einzigen Agenten zusammen.
Die kommende Oberfläche soll sich dabei automatisch an den jeweiligen Nutzer anpassen. Ein Programmierer und ein absoluter Einsteiger könnten am Ende dasselbe Grundsystem verwenden, das sich individuell auf ihre Aufgaben und Bedürfnisse einstellt.
Der Agent soll die Ziele des Nutzers verstehen, seinen Alltag kennen und auf dieser Basis künftig deutlich proaktiver arbeiten. Sottiaux beschreibt das System als persönlichen Begleiter, der nicht nur auf Befehle wartet, sondern selbst relevante Ideen und Aufgaben erkennt.
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Reset will land around 14pm PST tomorrow.
— Tibo (@thsottiaux) August 23, 2026
KI verbessert die eigene Infrastruktur
Um die nötigen Ressourcen für diese Agenten bereitzustellen, greift OpenAI bereits auf eine Form der rekursiven Selbstverbesserung zurück. Ein Modell baut dabei nicht völlig autonom seinen Nachfolger. Die Entwickler setzen aber ihre stärksten Modelle ein, um die Infrastruktur zu verbessern, auf der diese Modelle selbst laufen.
Sottiaux nennt dabei ausdrücklich den Inference-Stack und CUDA-Kernels. Auch diese Rückkopplung versteht er als Form rekursiver Selbstverbesserung: Leistungsfähigere Modelle helfen dabei, die Hardware-Infrastruktur effizienter zu machen, mit denen wiederum KI-Modelle betrieben werden.
Die Fortschritte sind bereits messbar. Laut Sottiaux ist die reguläre Modellgeschwindigkeit innerhalb von nur drei Monaten um rund 60 Prozent gestiegen. Bei einigen Optimierungen konnte OpenAI zudem mit ungefähr demselben Compute-Budget einen deutlich höheren Durchsatz erzielen.
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Premium-Tempo wird bald Standard
Diese Effizienzgewinne setzen sich mit der nächsten Modellgeneration fort. Das kommende Modell werde laut Sottiaux deutlich token-effizienter als das aktuelle GPT-5.6 Sol. Gleichzeitig sollen Verbesserungen an Inferenzhardware und Infrastruktur die Agenten weiter beschleunigen.
Auch das heutige Ultra-Fast-Tempo könnte deshalb seinen Premiumstatus verlieren. Sottiaux erwartet, dass Geschwindigkeiten auf diesem Niveau innerhalb von ein bis zwei Jahren zum Standard oder zumindest sehr nahe an den Standard heranrücken.
Für besonders anspruchsvolle Aufgaben dürfte es allerdings weiterhin eine zusätzliche Spitzenstufe geben. Mehr Hardware und höhere Kosten könnten damit auch langfristig noch etwas zusätzliche Leistung freischalten.
