Das chinesische Unternehmen Unitree zeigt einen neuen humanoiden Roboter. »Superman« sprintet mit über 45 km/h und schlägt damit den Geschwindigkeitsrekord von Usain Bolt.
Mehr Tempo, mehr Sprungkraft
Unitree hat den Prototyp nach eigenen Angaben in nur drei Monaten gebaut. Er erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 12,66 Metern pro Sekunde (45,6 km/h) und übertrifft damit bisherige Modelle des Herstellers deutlich, die auf maximal 10 Meter pro Sekunde kamen. Diese Leistung erzielt er mit Beinen, die lediglich 85 Zentimeter lang sind. Aus dem Stand schafft er einen vertikalen Sprung von zwei Metern.
Hardware schlägt Software
Videoaufnahmen dokumentieren den Rekordsprint auf einer Indoor-Laufbahn. Am Ende der Strecke bremst er jedoch nicht rechtzeitig ab und weicht unkontrolliert von der Bahn ab. Er prallt ungebremst in einen Stromkasten und stürzt.
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Robot breaking the human speed record and BREAKING an electrical box at the same time. pic.twitter.com/g1wwBWGCey
— Eren Chen (@ErenChenAI) August 17, 2026
Der Crash zeigt ein grundsätzliches Problem der zweibeinigen Robotik. Während die Mechanik extreme Leistungen erlaubt, kommt die Software-Steuerung nicht hinterher. Einen Roboter bei hohem Tempo zu stabilisieren, Hindernisse zu erkennen und ihn sicher zum Stehen zu bringen, erfordert aufwendige Echtzeitberechnungen. Daran scheitert der Prototyp.
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Geld für die Weiterentwicklung
Bislang verkauft Unitree den humanoiden G1 für rund 13.500 US-Dollar primär an Forschungseinrichtungen. Ein kommerzieller Einsatz in unvorhersehbaren Fabrikumgebungen steht noch aus. Um die Entwicklung weiter zu finanzieren, feierte das Unternehmen diese Woche sein Debüt an der Börse in Shanghai. Dort sammelte Unitree umgerechnet rund 905 Millionen US-Dollar ein.
In den USA gibt es derweil regulatorische Hürden. Die Kommunikationsbehörde FCC erließ im Juli Importbeschränkungen für ausländische Roboter. Das erschwert den Verkauf kommender Unitree-Generationen auf dem amerikanischen Markt.
