Ein Meta Bild mit Wäldern aus dem All

Naturschutz: Wie hoch ist der Wald?

Die Erfassung von Baumhöhen war bisher aufwendig. Ein neues Computer-Vision-Modell von Meta schätzt die Maße nun direkt aus dem All.

Andreas Becker Meta
Ein Meta Bild mit Wäldern aus dem All

Meta und das World Resources Institute (WRI) haben mit CHMv2 eine neue, globale Karte zur Höhe von Baumkronen vorgestellt. Das System basiert auf dem KI-Modell DINOv3 und bietet eine detaillierte Auflösung von einem Meter.

Satellitenbilder treffen auf Computer Vision

Genaue Informationen über die Höhe von Baumkronen sind wichtig, um den im Wald gebundenen Kohlenstoff zu berechnen und die Renaturierung zu überwachen. Bisherige hochpräzise Messungen stammen meist von flugzeuggestützten Laserscans. Diese Technik ist jedoch teuer und steht weltweit nur sehr ungleichmäßig zur Verfügung. CHMv2 löst dieses Problem, indem es flächendeckende optische Satellitenbilder nutzt.

Um aus den flachen Satellitenbildern eine dreidimensionale Höhe zu berechnen, kommt ein spezielles Modell zur Tiefenschätzung zum Einsatz. Dieses baut auf der Computer-Vision-Architektur DINOv3 auf. Die Entwickler haben das Modell mit vorhandenen Laserscan-Daten trainiert. So lernt die künstliche Intelligenz, die Höhe der Bäume direkt aus den visuellen Merkmalen der Satellitenaufnahmen abzuleiten.

Quelle: Meta - Vergleich zwischen altem und neuen Modell (Amazonas, Java, Ghanaian cocoa belt).

Mehr Details bei hohen Wäldern

Im Vergleich zu bisherigen Lösungen bietet die neue Version eine deutlich höhere Genauigkeit. Vor allem in Regionen mit sehr hohen Bäumen sinkt die Fehlerquote spürbar. Ältere Modelle neigten hier oft dazu, die tatsächliche Höhe zu unterschätzen.

Zudem bleiben feine Strukturen des Waldes besser erhalten.

Das System erkennt die Ränder von Baumkronen sowie kleine Lücken im Blätterdach wesentlich exakter. Solche Details sind entscheidend, um den Lebensraum im Wald richtig einzuschätzen und Anzeichen für eine Waldschädigung frühzeitig zu erkennen.

Diese Fortschritte sind das Ergebnis eines stark erweiterten Trainingsdatensatzes. Das System lernte mit geografisch sehr unterschiedlichen Waldgebieten. Ergänzt wurde dies durch eine automatisierte Datenpflege und spezielle Trainingsmethoden, die direkt auf die natürliche Verteilung von Baumhöhen abgestimmt sind.

Anzeige

Bestätigte Leistung für globale Analysen

Um die Zuverlässigkeit zu garantieren, haben die Forscher CHMv2 umfassend geprüft. Sie glichen die Ergebnisse mit unabhängigen Laserscan-Daten sowie mit zig Millionen Messungen von Weltraumlasern ab.

Diese Tests zeigten eine konstant gute Leistung über alle großen Waldtypen der Erde hinweg. Die Karte liefert der Klimaforschung und dem Naturschutz somit eine exakte Datengrundlage, um den Zustand der weltweiten Wälder sachlich zu bewerten und zukünftige Veränderungen präzise zu dokumentieren.

KI-Wissen ohne Paywall

Unsere Inhalte sind und bleiben kostenlos. Wenn dir unsere News und Tutorials gefallen oder weiterhelfen, freuen wir uns über eine kleine Unterstützung.

Jeder Beitrag zählt – auch das Teilen.