Heute Morgen ging es an dieser Stelle um den beispiellosen Preisverfall bei KI. Doch während ihre Nutzung immer günstiger wird, fließt in die nötige Infrastruktur eine gewaltige Summe. Allein in den USA könnten von 2025 bis 2032 insgesamt 10,3 Billionen Dollar in Rechenzentren und die dazugehörige Technik gehen.
Das schätzt der Ökonom Stijn Van Nieuwerburgh in einer Studie für die »Brookings Institution«. Im Jahresdurchschnitt entspräche das knapp vier Prozent der US-Wirtschaftsleistung. Gemessen an diesem Anteil wäre der KI-Ausbau die größte Investitionswelle für eine einzelne Technologie in der Geschichte der USA.
Größer als der Eisenbahnbau
Zum Vergleich: Der Bau der Eisenbahnen verschlang zwischen 1870 und 1890 im Schnitt gut zwei Prozent der damaligen Wirtschaftsleistung. Beim Ausbau der Autobahnen und der Telekommunikationsnetze lag der Anteil jeweils bei rund einem Prozent. Der KI-Ausbau würde diese früheren Projekte also deutlich übertreffen.
Das Geld fließt nicht nur in Gebäude und Chips. Zur Rechnung gehören auch die Stromversorgung und Netzwerktechnik. Der Boom schafft aktuell Arbeit für Bauunternehmen, Elektriker und Techniker. Zugleich konkurrieren neue Rechenzentren mit anderen Betrieben um Fachkräfte und Strom, was Kosten treiben kann.
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Wo das Risiko liegt
Van Nieuwerburgh warnt vor der Finanzierung hinter den Projekten. Unternehmen lagern einen wachsenden Teil ihrer Verpflichtungen in Gemeinschaftsunternehmen und andere Konstruktionen außerhalb ihrer Bilanzen aus. Dadurch lässt sich schwerer erkennen, wer am Ende welche Risiken trägt. Ob die Anlagen genügend Einnahmen erwirtschaften, hängt zudem von einer KI-Nachfrage ab, die sich noch nicht sicher vorhersagen lässt.
Die 10,3 Billionen Dollar sind eine Schätzung für die kommenden Jahre, keine bereits ausgegebene Summe. Gerade darin liegt die Wette: Die Unternehmen bauen heute Infrastruktur in historischem Maßstab und setzen darauf, dass sich die Nachfrage langfristig lohnt.
Gleichzeitig haben wir heute aber gesehen, wie viel günstiger KI mittlerweile geworden ist. Je günstiger KI ist, desto länger dauert es, bis sich die Finanzierungen wieder lohnen. Ein KI-Modell aus China kann die gesamte Rechnung zudem komplett durcheinanderwirbeln.
Bei der Eisenbahn hatte man damals das Risiko offensichtlich nicht ...

