Ein Rechenzentrum in Europa

Europas KI-Plan verlangt Rechenzentren für 1,3 Billionen Euro

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Ein Rechenzentrum in Europa

Europa soll seinen Anteil an der weltweiten KI-Rechenkapazität bis 2030 von rund 5 auf 15 Prozent steigern. Das fordert ein unabhängiges Expertengremium in der am 14. September veröffentlichten »Transformative AI Strategy for Europe«.

Zu den Autoren gehören unter Anderem die Wirtschaftsweise Monika Schnitzer, der Ökonom Philippe Aghion, die frühere EU-Kommissarin Margrethe Vestager und der KI-Forscher Yoshua Bengio. Sie warnen, Europa könne bei Wohlstand, Sicherheit und politischer Handlungsfähigkeit ins Hintertreffen geraten, wenn wichtige KI-Entscheidungen weiter vor allem in den USA und China fallen.

Rechenzentren sollen Abhängigkeit verringern

Das Papier setzt fünf Sofortziele. Deutschland, Frankreich und die Niederlande sollen noch 2026 eine Allianz für sichere KI-Lieferketten gründen. Europäische Behörden sollen zudem Zugang zu führenden KI-Modellen erhalten und eigenes Fachwissen aufbauen.

Besonders teuer wäre der Ausbau der Rechenzentren. Für 15 Prozent der globalen Kapazität veranschlagen die Autoren 45 Gigawatt auf EU-Boden. Heute seien es weniger als zwei Gigawatt. Der Ausbau würde ihrer Schätzung nach rund 1,3 Billionen Euro privates Kapital erfordern. Hinzu kämen 100 Milliarden Euro öffentlicher Absicherung auf EU- und nationaler Ebene.

Damit ausländische Anbieter Rechenzentren in Europa errichten, sollen Genehmigungen und Netzanschlüsse deutlich schneller werden. Standortkommunen sollen im Gegenzug an Steuereinnahmen beteiligt werden. Große Betreiber sollen zusätzliche Kosten für das Stromnetz selbst tragen.

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Experten warnen vor KI-Krisen

Das Gremium fordert außerdem Vorräte und Schutzkonzepte für KI-gestützte Cyberangriffe, biologische Gefahren und einen möglichen Kontrollverlust über KI-Modelle. Europa solle zugleich sichere und überprüfbare KI-Hardware entwickeln. Dafür schlägt die Strategie mindestens 250 Millionen Euro Forschungsförderung über fünf Jahre vor.

Vestager warnt, Europa dürfe nicht zum »Spielplatz ausländischer Mächte« werden. Die Vorschläge sind allerdings keine beschlossene EU-Politik. Sie richten sich als dringender Arbeitsauftrag an die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten.

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