Alibaba PANDA findet Krebs den Ärzte im CT-Scan oft übersehen
Die intelligente Software erkennt bösartige Tumore in gewöhnlichen Aufnahmen bereits lange bevor die betroffenen Patienten erste Symptome bemerken.

Alibabas KI-System PANDA erkennt Bauchspeicheldrüsenkrebs in Routine-CT-Scans zuverlässiger als erfahrene Mediziner. Die Technologie ermöglicht die lebensrettende Früherkennung eines der tödlichsten Tumore, bevor erste Symptome auftreten und die Heilungschancen drastisch sinken.
Präzision im Graubereich
Bauchspeicheldrüsenkrebs gilt als besonders tückisch, da Mediziner ihn oft erst in einem unheilbaren Stadium entdecken. Herkömmliche Computertomographien (CT) ohne Kontrastmittel bieten zwar eine geringere Strahlenbelastung, erschweren aber das Erkennen winziger Gewebeveränderungen. Hier setzt das von der Alibaba Damo Academy entwickelte System PANDA an.
Die Software nutzt Deep Learning, um feinste Graustufenunterschiede in den Bilddaten zu analysieren, die für das menschliche Auge unsichtbar bleiben. Deep Learning bezeichnet dabei ein Verfahren der künstlichen Intelligenz, bei dem Algorithmen durch riesige Datenmengen lernen, komplexe Muster eigenständig zu identifizieren. PANDA trainierte mit Datensätzen von über 3.000 Patienten und lernte so, selbst kleinste Läsionen treffsicher zu lokalisieren.
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Überlegene Trefferraten im Klinikalltag
In einer groß angelegten Studie mit über 20.000 Patienten erreichte das System eine Sensitivität von 92,9 Prozent. Damit übertraf die KI die durchschnittliche Leistung menschlicher Radiologen um mehr als 34 Prozent. Besonders beeindruckend ist die geringe Fehlerquote: Auf 1.000 Untersuchungen entfällt statistisch gesehen nur ein einziger falscher Alarm.
Aktuelle Daten aus dem Krankenhaus der Universität Ningbo belegen den praktischen Nutzen. Dort analysierte PANDA seit Ende 2024 mehr als 180.000 Scans. Das System identifizierte dabei zwei Dutzend Krebserkrankungen bei Patienten, die das Krankenhaus eigentlich wegen völlig anderer Beschwerden aufgesucht hatten. In 14 dieser Fälle befand sich der Tumor noch in einem frühen, operablen Stadium.
Ein neuer Standard für die Krebsfrüherkennung
Aufgrund dieser Ergebnisse erteilte die US-Gesundheitsbehörde FDA dem System bereits im vergangenen Jahr den Status eines bahnbrechenden Geräts. Diese Einstufung beschleunigt die regulatorischen Prozesse für eine weltweite Marktzulassung erheblich. Experten sehen in der Technologie das Potenzial für ein kosteneffizientes Massenscreening.
- Sensitivität: 92,9 Prozent bei der Erkennung von Läsionen.
- Spezifität: 99,9 Prozent zur Vermeidung von Fehlalarmen.
- Einsatzgebiet: Analyse von Thorax- und Abdomen-CTs ohne Kontrastmittel.
Die Integration in bestehende Klinikabläufe könnte die Radiologie nachhaltig verändern. Während Ärzte sich auf die finale Diagnose und Behandlung konzentrieren, fungiert die KI als digitales Sicherheitsnetz, das kritische Befunde in Echtzeit markiert.