Sam Altman erklärt das Ende des klassischen Promptings
Statt Befehle abzutippen, werden wir der KI bald nur noch Aufträge erteilen. Den Rest erledigt der KI-Agent völlig selbstständig.

Die Zeit komplexer Prompts für Künstliche Intelligenz läuft ab. OpenAI-Chef Sam Altman sieht die Zukunft der KI-Interaktion in persönlichen Agenten. Statt technischer Vorgaben benötigen diese künftig nur noch ein klares Ziel und den passenden Kontext.
Natürliche Sprache statt technischer Befehle
In einem Interview an der Stanford University blickt der OpenAI-Chef auf die Anfänge der KI-Modelle zurück. Im Jahr 2020 experimentierten Entwickler mit der Programmierschnittstelle von GPT-3. Das Modell war aus heutiger Sicht schwach.
Trotzdem fanden einige Nutzer heraus, wie sie mit der passenden Formulierung eine Unterhaltung erzeugen konnten. Sie nutzten ihre Zugänge nicht für fertige Anwendungen, sondern primär zum Chatten.
Für OpenAI war das ein wichtiges Signal. Menschen wollten der KI einfach in eigenen Worten schreiben, was sie benötigen.
Der Durchbruch gelang mit GPT-3.5. OpenAI verbesserte das sogenannte Post-Training, wodurch das Modell Anweisungen deutlich zuverlässiger befolgte. Aus dieser Entwicklung entstand schließlich ChatGPT.
Für den Nutzer änderte sich die Bedienung damit grundlegend. Er musste keine vermeintlichen Zauberformeln mehr ausprobieren, um eine bestimmte Fähigkeit abzurufen. Das Modell erkannte aus einer natürlichen Beschreibung, was gemeint war.
Vom Textfeld zum aktiven Auftrag
Diese Entwicklung setzt sich laut Altman fort. Er nennt Codex als Beispiel. Dieses Modell liefert nicht nur Textantworten, sondern handelt aktiv. Es schreibt Code und führt damit komplexe Aufgaben auf Computern aus.
Aus dem klassischen Prompt wird damit ein Auftrag. Der Nutzer schreibt der KI nicht mehr jeden einzelnen Schritt detailliert vor. Er nennt das Ziel, liefert den Kontext und prüft am Ende das Ergebnis.
Im Gespräch an der Universität demonstriert der Interviewer genau dieses Prinzip.
Er bittet Altman, drei Entwicklungen der kommenden zehn Jahre zu nennen und Wahrscheinlichkeiten zu vergeben.
Diese Frage definiert schlicht eine konkrete Aufgabe und ein überprüfbares Format. Komplizierte Rollenspiele und Vorlagen verlieren dagegen spürbar an Bedeutung.
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Agenten als unsichtbarer Versorgungsdienst
Künftig werden Nutzer noch weiter von einzelnen Texteingaben abrücken. Altman erwartet persönliche Agenten, die dauerhaft im Hintergrund laufen. Ein Mensch könnte problemlos zehn oder hundert solcher Agenten parallel für sich arbeiten lassen.
In diesem Szenario muss eine Anfrage nicht bei jedem Start alle Informationen erneut enthalten. Der Agent kennt das laufende Projekt, verfügbare Dateien und frühere Entscheidungen. Der Nutzer beschreibt ihm lediglich, was er als Nächstes erreichen möchte. Der Kontext ist bereits vorhanden.
Altman zieht hierfür einen Vergleich zur Elektrifizierung. Die frühen Stromanbieter verkauften den Menschen anfangs nicht einfach Elektrizität, da niemand etwas damit anzufangen wusste. Sie verkauften das konkrete Ergebnis: Licht bei Nacht. Ähnlich entwickelt sich KI zu einem neuen, unsichtbaren Versorgungsdienst.
Anwender werden sich künftig nicht mehr dafür interessieren, auf welchem Chip eine Anfrage berechnet wird oder wie viele Tokens das Modell intern benötigt.
Für sie zählen drei Faktoren: Können sie das Modell häufig nutzen, ist es bezahlbar und arbeitet es zuverlässig? Wer künftig mit KI arbeitet, muss keine perfekten Texte mehr schreiben, sondern genau wissen, was er erreichen möchte.