David Heinemeier Hansson auf der Bühne

Das Ende des Programmierens ist da

Andreas Becker GPT-Images-2.0
David Heinemeier Hansson auf der Bühne

David Heinemeier Hansson schreibt keinen Code mehr von Hand und hält diese Arbeit für wirtschaftlich überholt. Der Erfinder von Ruby on Rails verkündete auf der Rails World in Austin, dass KI-Agenten bei seinem Unternehmen »37signals« inzwischen den Code schreiben. Bis Ende des Jahres werde das seiner Einschätzung nach fast überall üblich sein.

Von Hand schreiben ist bei 37signals die Ausnahme

Bei 37signals, dem Unternehmen hinter Basecamp und dem E-Mail-Dienst HEY, gilt seit einigen Wochen »Stifte weg«. Entwickler sollen im normalen Arbeitsablauf keinen Code mehr selbst schreiben. Wenn sie doch zur Tastatur greifen müssen, sieht Hansson darin ein Problem, das beim Einsatz der KI-Agenten gelöst werden soll.

Hansson sagt, selbst seit etwa fünf Monaten keinen Code mehr geschrieben zu haben. Er bezeichnet sich deshalb nicht länger als professionellen Programmierer. Software entwickelt er weiterhin, indem er KI-Agenten Aufgaben gibt und ihre Ergebnisse beurteilt.

Seine Prognose geht über 37signals hinaus. Für die große Mehrheit der Programmierer in den meisten Unternehmen lohne es sich bereits heute nicht mehr, Code von Hand zu schreiben. Bis Ende 2026 werde das praktisch für alle Programmierer und alle Bereiche gelten.

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Warum gerade Hanssons Abschied auffällt

Hansson schuf Ruby on Rails, eines der bekanntesten Frameworks für Webanwendungen. Er ist Mitgründer und Technikchef von 37signals und leitet die Rails Foundation. Dass ausgerechnet er das Schreiben von Code verabschiedet, trifft den Kern einer Tätigkeit, die seine Laufbahn geprägt hat.

Schon 2005 schwärmte Hansson davon, wie viel Programmierarbeit Rails Entwicklern abnimmt. Jetzt nennt er Englisch seine bevorzugte Programmiersprache: Er beschreibt den KI-Agenten, was sie bauen sollen, statt selbst Ruby zu schreiben.

Dass der Wechsel Probleme bereiten kann, zeigte sich im Frühjahr bei Basecamp 5. Mehrere von Designern mit KI erstellte Änderungen wirkten für sich genommen brauchbar, brachten zusammen aber die Softwarearchitektur durcheinander.

37signals kehrte damals zur manuellen Prüfung zurück. Hansson nennt diese Schlussfolgerung heute einen voreiligen Fehler.

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