OpenAI deckt durch die deutsche Ampel-Koalition russische Propaganda auf

OpenAI hat russische Konten gesperrt, die mit ChatGPT massenhaft Propaganda für soziale Netzwerke erzeugten. Im Zentrum stand ein angeblich in Israel ansässiger Thinktank, der mit kopierten Studien und kuriosen Übersetzungsfehlern westliche Staaten diskreditieren sollte.
Der falsche Thinktank
Die Betreiber nutzten VPN-Dienste, um die Ländersperren von OpenAI zu umgehen. Unter dem Namen »International Burke Institute« (IBI) bauten sie eine Website auf, die sich als wissenschaftliche Expertengemeinschaft ausgab.
Um Seriosität vorzutäuschen, stahlen die Drahtzieher echte akademische Papiere aus dem Internet und versahen sie mit falschen Autoren. So wurde ein Artikel über Migrationspolitik plötzlich einer australischen Professorin für Lebensmittelchemie zugeschrieben.
Mit ChatGPT erzeugten die russischen Akteure anschließend Kommentare auf Englisch, die diese IBI-Texte auf Plattformen wie X, LinkedIn, Facebook und Substack bewarben. Die Hintermänner wiesen den Chatbot gezielt an, jegliche sprachliche Hinweise auf die russische Herkunft zu verbergen.
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Verräterische Übersetzungsfehler
Ein simpler Fehler entlarvte die Kampagne schließlich. In einem Artikel auf der IBI-Website tauchte der Begriff »Svetofor-Koalition« auf, als die deutsche Ampelkoalition gemeint war. Das Wort »Svetofor« bedeutet in diversen slawischen Sprachen schlichtweg Ampel. Das ist ein eindeutiger Hinweis auf eine wörtliche Maschinenübersetzung aus dem Russischen.
Zusätzlich bespielten die Betreiber verschiedene Telegram-Kanäle, für die sie ebenfalls Logos generieren ließen. Ein deutschsprachiger Kanal mit dem Namen »Lahme Ente« kritisierte routinemäßig die Bundesregierung, die EU sowie die Ukraine und warb für bessere Beziehungen zu Russland.
Aufwendige Illusion ohne großes Publikum
Das inhaltliche Kernstück der Kampagne, ein sogenannter Souveränitätsindex, stammte laut OpenAI aus einer anderen Quelle. Dieser Index lobte Russland und attackierte gezielt jene Staaten, die den russischen Krieg gegen die Ukraine kritisieren. Die USA etwa hätten unter Donald Trump einen Autonomieverlust erlitten, Deutschland brauche militärische Eigenständigkeit statt amerikanischer Stützpunkte.
Die unmittelbare Reichweite der Aktion blieb gering. Die meisten Social-Media-Beiträge erhielten kaum Aufrufe, nur die Telegram-Kanäle kamen auf jeweils 10.000 bis 20.000 Abonnenten. OpenAI stuft die Kampagne auf der Brookings-Breakout-Skala in die untere Kategorie drei ein.