Microsofts KI-Agent soll laut Leak Nutzer abhängig machen
Ein geheimes Memo plant süchtig machende Funktionen für das neue Modell Scout. CEO Nadella widerspricht und droht mit Kündigungen.

Ein geleaktes internes Memo enthüllt umstrittene Pläne, Nutzer nach dem neuen KI-Agenten Scout süchtig zu machen. Microsoft-CEO Satya Nadella kritisiert das Dokument scharf und legt den Verfassern öffentlich eine Kündigung nahe.
Der Plan für den perfekten Köder
Das umstrittene Dokument skizziert eine dreistufige Strategie für den auf der Build-Konferenz vorgestellten KI-Agenten. Das Ziel ist die Entwicklung einer Plattform, die Anwender durch gezielte Mechanismen stark an sich bindet. Das auf der Open-Source-Software OpenClaw basierende KI-Modell soll demnach tiefgreifende Abhängigkeiten erzeugen.
Die Autoren des Papiers sind intern keine Unbekannten. Das Memo stammt primär von Omar Shahine, dem verantwortlichen Chef für die Entwicklung von Scout, sowie dem Manager Jakob Werner. Shahine kommuniziert seine Führungsposition für das neue Projekt bereits seit Monaten sehr offen in sozialen Netzwerken.
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Unglaubwürdiges Dementi der Chefetage
Gegenüber rund 50 leitenden Ingenieuren reagierte Satya Nadella mit deutlichen Worten auf den internen Vorfall. Das Konzept einer süchtig machenden Anwendung stehe im absoluten Widerspruch zu den offiziellen Unternehmenszielen. Künstliche Intelligenz müsse den Menschen einen echten Mehrwert bieten und sie bei täglichen Aufgaben unterstützen.
Besonders eine spezifische Aussage des Konzernchefs sorgt intern wie extern für Irritationen. Nadella gab an, weder das geleakte Dokument noch dessen Verfasser zu kennen. Er legte den Autoren stattdessen einen Wechsel des Arbeitgebers nahe. Angesichts der prominenten Position von Shahine wirkt diese behauptete Ahnungslosigkeit auf Branchenbeobachter wenig plausibel.
Fokus auf Produktivität statt Bildschirmzeit
Der Technologiekonzern versucht nun, den Reputationsschaden durch den Leak schnell zu begrenzen. Der offizielle Sprecher Frank Shaw betont, dass der intelligente Agent genau das Gegenteil von Sucht bewirken soll. Die Technologie ist strikt darauf ausgelegt, komplexe Aufgaben wesentlich effizienter zu erledigen.
Dadurch sinkt im Idealfall die aktive Bildschirmzeit der Anwender deutlich. Die Nutzer behalten zudem stets die volle Kontrolle darüber, wie und wann sie mit dem System interagieren. Damit schließt das Unternehmen vorerst die öffentliche Debatte um die strategische Ausrichtung seines neuen KI-Programms ab.