Zuckerberg spielt Poker im Lama Kostüm

Gefälschte Benchmarks bei Llama 4 sorgen für massives Chaos bei Meta

Nach internen Vorwürfen bricht der Konzern mit seinem prominentesten Wissenschaftler und riskiert den Verlust seiner technologischen Führungsrolle.

Andreas Becker Nano Banana
Zuckerberg spielt Poker im Lama Kostüm

Der KI-Pionier Yann LeCun verlässt Meta, nachdem Vorwürfe über manipulierte Leistungstests bei Llama 4 die Branche erschüttern. Der Abgang des Chef-Wissenschaftlers markiert das Ende einer Ära und stürzt Mark Zuckerbergs KI-Strategie in eine tiefe Glaubwürdigkeitskrise.

Vertrauensbruch bei Llama 4

Der renommierte Forscher Yann LeCun bestätigt zum Jahreswechsel seinen Abschied von Meta. Auslöser ist ein Skandal um die neue Modellgeneration Llama 4, deren Testergebnisse offenbar gezielt geschönt wurden. Interne Berichte legen nahe, dass Meta eine spezialisierte Version für Benchmarks nutzte, die nicht dem öffentlich verfügbaren Modell entsprach.

Benchmarks bezeichnen standardisierte Tests, mit denen die Leistungsfähigkeit von KI-Systemen verglichen wird. Im Fall von Llama 4 landete eine optimierte Variante auf Spitzenplätzen, während das eigentliche Produkt in unabhängigen Tests weit dahinter zurückblieb. Dieser Vorgang beschädigt den Ruf des Unternehmens als transparenter Akteur in der Open-Source-Gemeinschaft nachhaltig.

Anzeige

Machtkampf in der Chefetage

Hinter den Kulissen tobte zuletzt ein heftiger Streit über die technologische Ausrichtung des Konzerns. Mark Zuckerberg setzte verstärkt auf schnelles Wachstum und verpflichtete den deutlich jüngeren Alexandr Wang für die Leitung der neuen Superintelligence-Abteilung. LeCun sollte fortan an den Gründer von Scale AI berichten, was zu massiven persönlichen und fachlichen Spannungen führte.

Der Wissenschaftler kritisierte Wang öffentlich als unerfahren und warnte vor einer einseitigen Fokussierung auf bloße Skalierung von Datenmengen. Während Zuckerberg auf immer größere Rechenzentren setzt, plädiert LeCun für grundlegend neue Forschungsansätze. Dieser Richtungsstreit entzündete sich vor allem an der Frage, ob heutige Sprachmodelle jemals echtes Verständnis erlangen können.

Neuanfang mit Welt-Modellen

LeCun konzentriert sich nun auf sein eigenes Start-up mit dem Namen Advanced Machine Intelligence Labs. Mit einem angestrebten Startkapital von 500 Millionen Euro will er von Paris aus sogenannte Welt-Modelle entwickeln. Diese Systeme sollen die physische Realität eigenständig verstehen, anstatt lediglich statistische Wahrscheinlichkeiten von Wortfolgen zu berechnen.

Dabei setzt er auf die Joint Embedding Predictive Architecture, kurz JEPA. Diese Technologie ermöglicht es Maschinen, durch Beobachtung der Umwelt zu lernen, ähnlich wie es menschliche Kleinkinder tun. Mit einer Bewertung von bereits 3,5 Milliarden US-Dollar zeigt der Markt großes Interesse an diesem alternativen Weg zur künstlichen Intelligenz.

KI-Wissen ohne Paywall

Unsere Inhalte sind und bleiben kostenlos. Wenn dir unsere News und Tutorials gefallen oder weiterhelfen, freuen wir uns über eine kleine Unterstützung.

Jeder Beitrag zählt – auch das Teilen.