Ein Roboter regelt den Verkehr in China

Roboter-Polizisten "R01" regeln Verkehr in China

China testet autonome Humanoide im öffentlichen Raum, um die Akzeptanz für Service-Roboter in der Bevölkerung massiv zu steigern.

Andreas Becker Youtube - NBC News
Ein Roboter regelt den Verkehr in China

In der chinesischen Millionenstadt Wuhan überwacht das KI-gesteuerte Modell R01 nun autonom Verkehr und Passantenströme. Der öffentliche Einsatz markiert den nächsten konsequenten Schritt einer staatlichen Initiative, humanoide Roboter durch ständige Sichtbarkeit fest in der Gesellschaft zu verankern.

Technik trifft Straßenverkehr

Der R01 fällt im Stadtbild von Wuhan weniger durch seine Uniform als durch seine technische Ausstattung auf. Unter der Haube arbeiten sechs hochauflösende Kameras und fortschrittliche Sensoren, die eine kontinuierliche 360-Grad-Überwachung ermöglichen.

Das System agiert nicht isoliert, sondern greift direkt auf die Infrastruktur der Stadt zu. Der Roboter kann sich mit Ampelanlagen vernetzen und so Verkehrsflüsse aktiv steuern, ohne dass menschliches Eingreifen nötig ist.

Passanten beschreiben die Maschine auf den ersten Blick als menschenähnlich, was Teil des Designs ist. Es geht bei diesem Projekt weniger um Geschwindigkeit oder Abschreckung, sondern um die Präsenz von "Embodied AI" im öffentlichen Raum.

Strategie hinter der Hardware

Der Einsatz in Wuhan, Chengdu und Shanghai folgt einem klaren ökonomischen Kalkül der Regierung. Seit 2015 treibt China die Robotik als Schlüsselindustrie voran und zielt nun auf den Massenmarkt für Service-Roboter.

Die Produktionszahlen belegen diese Ambitionen eindrucksvoll. In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres produzierten chinesische Fabriken bereits 13,5 Millionen Service-Roboter und knapp 600.000 Industrieroboter.

Analysten von Morgan Stanley prognostizieren für den chinesischen Robotikmarkt bis zum Jahr 2028 ein Volumen von 108 Milliarden US-Dollar. Über 150 Unternehmen konkurrieren mittlerweile allein im Segment der humanoiden Roboter.

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Wettlauf um kulturelle Akzeptanz

Der Wettbewerb der Hersteller verlagert sich zunehmend von der Fabrikhalle auf die kulturelle Bühne. Mehrere Firmen liefern sich derzeit ein Rennen, um ihre humanoiden Modelle bei der Frühlingsfest-Gala 2026 einem Millionenpublikum zu präsentieren.

Dieser mediale Fokus dient dazu, die Technologie für die alternde Bevölkerung als nützliche Alltagshelfer zu framen. Investoren und Staat setzen darauf, dass die Roboter künftig Arbeitskräftemangel ausgleichen und Pflegeaufgaben übernehmen.

Die technische Herausforderung liegt dabei nicht mehr in der Mechanik, sondern in der KI-Steuerung. Ziel ist eine Fehlerquote von unter einem Prozent, damit die Maschinen sicher und autonom mit Menschen interagieren können.

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