Google Project Genie erstellt 3D-Welten aus einem Bild
Mit dem neuen "World Model" entstehen steuerbare Spiele ohne Programmierkenntnisse.

Google rollt Project Genie für Endkunden aus. Abonnenten des AI Ultra Pakets in den USA können ab sofort mittels generativer KI eigene, interaktive 2D- und 3D-Welten erstellen und direkt im Browser spielen.
Startschuss im Ultra-Abo
Der Tech-Gigant erweitert sein kostenpflichtiges "Google AI Ultra" Abonnement um eine Funktion, die bisher nur in Forschungspapieren von DeepMind zu sehen war. US-Nutzer erhalten ab heute Zugriff auf das Tool, das statische Bilder oder Textbeschreibungen in spielbare Umgebungen verwandelt.
Für den deutschen Markt gibt es noch kein konkretes Startdatum. Erfahrungsgemäß folgt der Rollout in Europa aufgrund der strengeren regulatorischen Prüfung mit einiger Verzögerung auf den US-Start.
Technik hinter den Kulissen
Die zugrundeliegende Technologie basiert auf sogenannten "Foundation World Models". Das Modell Genie 3 wurde mit tausenden Stunden an Gameplay-Videos trainiert, ohne dass die Aktionen darin manuell beschriftet wurden.
Das System erkennt selbstständig Muster in Bewegungen und Physik. Es lernt dabei nicht nur, wie eine Welt aussieht, sondern wie sie auf Eingaben reagiert und welche Konsequenzen eine Aktion hat.
Aus einem einfachen Prompt oder einer hochgeladenen Skizze generiert die KI Frame für Frame in Echtzeit. Der Nutzer steuert dabei eine Figur durch die halluzinierte Welt, während das Modell die passende Reaktion der Umgebung berechnet.
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Grenzen der Generierung
Erste Hands-On-Berichte dämpfen jedoch überzogene Erwartungen an eine sofortige Triple-A-Qualität. Die Ergebnisse erinnern oft an einfache Platformer der 16-Bit-Ära oder surreale Indie-Experimente.
Die Steuerung fühlt sich mitunter schwammig an, da das System die Eingabelatenz simuliert und nicht hart programmiert. Es entstehen "Bad Nintendo Knockoffs", die zwar beeindruckend als Tech-Demo sind, aber noch kein vollwertiges Spiel ersetzen.
Es handelt sich primär um ein Werkzeug für Prototyping und kreative Experimente. Entwickler können Ideen schnell visualisieren, ohne eine einzige Zeile Code schreiben zu müssen.
Der Aufstieg der World Models
Die Veröffentlichung markiert einen wichtigen strategischen Schritt im KI-Wettlauf des Jahres 2026. Der Fokus verschiebt sich zunehmend von reiner Text- oder Bildgenerierung hin zu Systemen, die Kausalität verstehen.
Google positioniert sich damit gegen Wettbewerber, die ebenfalls an interaktiven Welt-Modellen arbeiten. Die Fähigkeit einer KI, konsistente Welten über längere Zeiträume zu simulieren, gilt als Vorstufe für autonom agierende Agenten in der echten Welt.