Diese KI-Kameras erfassen in Athen tausende Verstöße täglich
Ein Pilotprojekt in Griechenland zeigt nun, wie Künstliche Intelligenz die Verkehrsüberwachung in ganz Europa grundlegend verändern könnte.

In Athen und Thessaloniki erfassen neue KI-Kameras vollautomatisch tausende Verkehrsverstöße innerhalb weniger Tage. Für Autofahrer markiert diese Technologie das Ende der Straffreiheit bei bisher schwer kontrollierbaren Vergehen wie Handy am Steuer oder fehlenden Gurten.
Radikale Effizienz durch Künstliche Intelligenz
Die griechischen Behörden setzen im Kampf gegen das Chaos auf den Straßen auf modernste Überwachungstechnik. Ein einzelnes Gerät registrierte während der Pilotphase bereits über 1.000 Verstöße in nur vier Tagen. In der gesamten Testregion dokumentierten die Systeme binnen kürzester Zeit rund 2.500 schwere Delikte.
Das System erkennt zuverlässig, ob Insassen angeschnallt sind oder der Fahrer ein Mobiltelefon benutzt. Diese Verstöße ließen sich bisher nur durch zeitaufwendige Polizeikontrollen vor Ort feststellen und sanktionieren. Die Treffsicherheit der Algorithmen sorgt nun für eine lückenlose Dokumentation ohne personellen Mehraufwand.
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Massive Datenbasis und neue Grenzwerte
Die Bilanz des Pilotprogramms verdeutlicht das Ausmaß der täglichen Regelverstöße im griechischen Stadtverkehr. Allein die Missachtung von roten Ampeln führte an nur zwei Kreuzungen zu fast 800 registrierten Fällen. Zusätzlich erfassten die Kameras hunderte Geschwindigkeitsüberschreitungen in Zonen mit Tempo 90.
Zeitgleich verschärft die Regierung zum 1. Januar 2026 die gesetzlichen Rahmenbedingungen massiv. In den meisten städtischen Gebieten gilt nun ein Tempolimit von 30 Kilometern pro Stunde. Wer diese Grenze deutlich überschreitet, muss mit Bußgeldern von bis zu 700 Euro und dem sofortigen Entzug des Führerscheins rechnen.
Technische Details und Funktionsweise
Die Kameras nutzen Computer Vision, eine Technologie zur automatischen Bilderkennung, um Bildmaterial in Echtzeit zu analysieren. Hochauflösende Sensoren erfassen dabei nicht nur das Kennzeichen, sondern auch den Innenraum des Fahrzeugs. Die Daten werden verschlüsselt an ein zentrales Kontrollzentrum übermittelt und dort verarbeitet.
Hier sind die harten Fakten zum System:
- Erkennung von Rotlichtverstößen und Geschwindigkeitsüberschreitungen.
- Automatisierte Identifikation von fehlenden Helmen bei Motorradfahrern.
- Abgleich der Kennzeichen mit Versicherungsdaten und Steuerregistern.
- Digitale Zustellung der Bußgelder per SMS oder über das Regierungsportal gov.gr.
Die aufgenommenen Bilder dienen als gerichtsverwertbare Beweise und minimieren den Spielraum für Einsprüche. Das Innenministerium plant nun den flächendeckenden Ausbau der Infrastruktur auf insgesamt 2.500 Einheiten. Davon werden 500 Kameras direkt an öffentlichen Bussen installiert, um die missbräuchliche Nutzung von Busspuren zu verhindern.
Signalwirkung für Europa
Das Projekt dient als Testgelände für intelligente Überwachungstechnologien innerhalb der Europäischen Union. Andere Mitgliedstaaten beobachten die griechischen Erfolge bei der Automatisierung der Verkehrsüberwachung genau. Die vollständige Digitalisierung des Bußgeldverfahrens soll die derzeit geringe Zahlungsquote von unter zehn Prozent drastisch erhöhen.
Obwohl Datenschützer die umfassende Überwachung kritisch sehen, priorisiert die Regierung die Senkung der Unfallzahlen. Die Behörden betonen, dass die Regeln nun fair und für jeden Verkehrsteilnehmer gleichermaßen durchgesetzt werden. Ziel ist die Etablierung einer neuen Verkehrskultur durch technologische Unbestechlichkeit.