Anthropic unterzeichnet ein Dokument

Anthropic markiert künftig alle KI Texte von Claude

Ein neues Wasserzeichen soll KI-Inhalte für jeden sichtbar machen. Das bringt für Nutzer aber auch neue Probleme.

Andreas Becker GPT-Images-2.0
Anthropic unterzeichnet ein Dokument

Anthropic versieht sämtliche Texte und Dateien von Claude künftig mit unsichtbaren Wasserzeichen. Das US-Unternehmen setzt damit Vorgaben des europäischen AI Acts um.

Unsichtbare Signatur in Text und Bild

Anthropic hat den Code of Practice zur europäischen KI-Verordnung unterzeichnet. Alle KI-Modelle, die seit dem 2. August 2026 auf dem Markt sind, weben deshalb eine maschinenlesbare Markierung in Texte ein. Sie bleibt unsichtbar und verändert die Antworten nicht.

Die Markierung soll auch erhalten bleiben, wenn Nutzer Texte kopieren oder in Teilen bearbeiten. Bei Dateiformaten wie JPG, PNG oder SVG hängt Claude stattdessen signierte Metadaten an. Diese folgen dem C2PA-Standard.

Das Verfahren greift weltweit für Dienste wie Claude, Claude Code und Claude Tag. Ältere Modelle sollen später nachgerüstet werden.

Wer Claude über Cloud-Partner wie AWS oder Google Cloud nutzt, erhält die Text-Wasserzeichen ebenfalls. Dritte sollen diese Markierungen künftig über Programmierschnittstellen auslesen können.

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Falsche Verdächtigungen möglich

Ein gefundenes Label beweist allerdings nicht zwingend, dass ein Inhalt vollständig maschinell erzeugt wurde. Es dokumentiert lediglich, dass Claude an der Verarbeitung beteiligt war.

Nutzer verwenden den Chatbot im Alltag häufig als Korrekturleser oder Übersetzer für eigene Texte. Claude markiert diese Ergebnisse ebenfalls, obwohl die eigentlichen Ideen vom Menschen stammen. Anthropic warnt deshalb vor falschen Verdächtigungen.

Umgekehrt garantiert ein fehlendes Wasserzeichen keinen menschlichen Autor: Wenn Texte sehr kurz sind, stark umformuliert werden oder Dateimetadaten durch einen Screenshot verloren gehen, verschwindet die Kennzeichnung.

Unternehmen, die Claude in eigene Produkte integrieren, müssen eigenständig prüfen, ob sie die europäischen Transparenzpflichten damit ausreichend erfüllen.

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