Tesla bringt KI-Chatbot Grok offiziell in deutsche Fahrzeuge
Das neue Update integriert den Sprachassistenten von xAI und ruft gleichzeitig europäische Datenschützer auf den Plan.

Tesla schaltet ab sofort den KI-Chatbot Grok in Deutschland und weiteren europäischen Ländern für seine Fahrzeuge frei. Das aktuelle Software-Update integriert das Sprachmodell des Unternehmens xAI, verzichtet dabei jedoch auf eine weitreichende Steuerung der Fahrzeugfunktionen.
Funktionsumfang mit klaren Grenzen
Besitzer kompatibler Modelle erhalten den Assistenten aktuell drahtlos über das Software-Update 2025.26. Eine Fahrt in die Werkstatt entfällt für die Installation der neuen Software komplett.
Fahrer stellen dem System während der Fahrt allgemeine Wissensfragen oder lassen sich aktuelle Nachrichten zusammenfassen. Die Aktivierung erfolgt dabei über eine einfache Taste am Lenkrad.
Eine weitreichende Integration in die Fahrzeugsysteme fehlt bisher. Grok öffnet keine Fenster, verstellt keine Spiegel und ändert auch keine Routen im Navigationssystem auf Zuruf.
Das KI-System arbeitet strikt getrennt von sicherheitsrelevanten Fahrfunktionen. Tesla vermeidet dadurch mögliche Gefahren durch fehlerhafte Eingaben des Chatbots. Die bisherige Sprachsteuerung für die Basis-Funktionen bleibt deshalb im Auto parallel erhalten.
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Datenschutz und externe Server
Die Ausführung der Software erfordert im Fahrzeug eine ständige Internetverbindung. Tesla nutzt für Grok eine direkte Anbindung an die Server von xAI. Eine lokale Sprachverarbeitung direkt im Auto findet nicht statt.
Diese ständige Datenübertragung ruft bereits europäische Regulierer auf den Plan. Die britische Datenschutzbehörde untersucht die Einführung aktuell sehr genau. Im Fokus steht dabei vor allem die Auswertung der aufgezeichneten Spracheingaben.
Nutzer müssen der Datenfreigabe vor der ersten Verwendung explizit zustimmen. Tesla bietet zwar eine Option zur Deaktivierung der Datensammlung für Trainingszwecke an. Ohne eine generelle Zustimmung zur Datenverarbeitung verweigert der Chatbot allerdings seinen Dienst.
Unternehmensinterne Synergien
Tesla-Chef Elon Musk verknüpft mit diesem Ausbau zwei seiner Unternehmen. Das Start-up xAI erhält durch die große Fahrzeugflotte Millionen potenzielle Nutzer. Die gewonnenen Daten helfen dem Unternehmen bei der Verbesserung zukünftiger Modelle.
Gleichzeitig wertet der Autohersteller sein eigenes Infotainment-System auf. Während andere Hersteller externe Assistenten wie ChatGPT integrieren, wählt Tesla einen vollständig eigenen Weg. Die kommenden Monate zeigen nun die tatsächliche Zuverlässigkeit von Grok im automobilen Alltag.